Dies ist ein BLOG: ein öffentliches Internet-Journal mit regelmäßigen Einträgen (Posts). Thema ist alles, was ich lustig, interessant, spannend oder ungewöhnlich finde - z.B. Weblinks, Fotos, Videos, Gags, Literatur- und Musiktips, Zeitungsartikel, Tagebucheinträge und sonstiges Brimborium. Daher auch der Name Tohuwabohu, denn einen roten Faden gibt es nicht, bzw. der einzige rote Faden bin ich :-) Diesen Blog gibt es seit 07 / 07. Es lohnt sich durchaus, auch die älteren Posts nachzulesen, wenn man die neueren mag. Und: Kommentare sind erlaubt/erwünscht, werden veröffentlicht und gern gelesen. Viel Spaß in meinem Webwohnzimmer! Tina
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Montag, 20. Oktober 2008

Noch einmal: Haider ist hin

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Um den Krokodilstränen, Verklärungen und der schon beginnenden Legendenbildung um den Kärntner Rechtspopulisten Jörg Haider, den letzte Woche 25.000 (!) Menschen zu Grabe getragen haben, a bisserl wos entgegenzusetzen:

Erstens: Der Verrückte ist besoffen (1,8 Promille) und mit doppelt so hohem Tempo wie erlaubt (142 km/h in einer 70er-Zone, dazu war es bergig, kurvig, unübersichtlich und stockfinster) in ein hoch riskantes Überholmanöver gegangen, mit dem er nicht nur sich, sondern auch die Lenkerin des überholten Fahrzeuges in Lebensgefahr gebracht hat. Nicht auszudenken, wenn am Straßenrand noch Personen gestanden wären oder er Gegenverkehr gehabt hätte. Da hätten ohne weiteres etliche Menschen draufgehen können; insofern Glück, dass es nur ihn getroffen hat.

Zweitens: Er hat nie einen Hehl aus seiner ultrarechten Gesinnung gemacht und diese immer wieder auch öffentlich geäußert in einer Form, die ihn in Deutschland (Stichwort Wiederbetätigung) vermutlich vor Gericht gebracht hätte - in Österreich sieht man das ja leider nicht so eng. Ein paar Zitate:

"Im Dritten Reich haben sie ordentliche Beschäftigungspolitik gemacht, was nicht einmal Ihre Regierung in Wien zusammenbringt." - Haider 1991

"Das wissen sie so gut wie ich, dass die österreichische Nation eine Missgeburt gewesen ist, eine ideologische Missgeburt, denn die Volkszugehörigkeit ist die eine Sache und die Staatszugehörigkeit ist die andere Sache." - Haider 1988

"Es ist gut, dass es in dieser Welt noch anständige Menschen gibt, die einen Charakter haben, die auch bei größtem Gegenwind zu ihrer Überzeugung stehen und ihrer Überzeugung bis heute treu geblieben sind." - Haider 1995 zu einer Gruppe von Waffen-SS-"Veteranen"

"Wir geben Geld für Terroristen, wir geben Geld für gewalttätige Zeitungen, wir geben Geld für arbeitsscheues Gesindel und wir haben kein Geld für anständige Menschen." (ebenda)

"Ich verstehe überhaupt nicht, wie einer, der Ariel heißt, so viel Dreck am Stecken haben kann." - Haider attackiert beim Rieder Aschermittwoch den Vorsitzenden der israelitischen Kultusgemeinde, Ariel Muzicant

"Wenn einer schon Adamovich heißt, muss man sich zuerst einmal fragen, ob er eine aufrechte Aufenthaltsberechtigung hat". - ein Jahr später greift er an selber Stelle den Präsidenten des Verfassungsgerichtshofs Ludwig Adamovich an

"Die Freiheitlichen sind nicht die Schädlinge der Demokratie. Wir sind das Schädlingsbekämpfungsmittel. Bei uns regieren die Rothäute und die Schwarzen - nicht wie anderswo - wo sie in Reservaten leben." - Haider 1990

"Die, die da hinten schreien, werden - wenn ich etwas zu sagen habe - ihre Luft noch brauchen. Zum Arbeiten." - Haider 1994

"Man darf sich nicht damit begnügen, dass Kärnten frei und ungeliebt bleibt. Dieses Land wird nur dann frei sein, wenn es ein deutsches Land sein wird." - Haider 1984

"Ich war in Namibia, dem ehemaligen Deutsch-Südwestafrika, weil ich ein bisschen erproben wollte, wie das Zusammenleben mit den Schwarzen so ist, wenn sie die Mehrheit haben. Mit den Schwarzen ist das wirklich so ein Problem. Selbst dort wo sie die Mehrheit haben, bringen sie nichts zusammen. Da ist einfach wirklich Hopfen und Malz verloren." - Haider 1995

"Das Recht der Inländer auf Heimat ist stärker als das Recht der Ausländer auf Familienleben. Deshalb sollten wir von der europäischen Menschenrechtskonvention abgehen." - Haider 1995

"Jeder Asylant holt sofort seine Familie nach und lässt sie gesundheitlich sanieren. Auf Kosten der tüchtigen und fleissigen Österreicher." - Haider 1996

Hier noch ein Link zu einem gescheiten Anti-Nachruf aus der österreichischen Tageszeitung "Der Standard": http://derstandard.at/?url=/?id=1224255933702

Sonntag, 12. Oktober 2008

Haider ist hin

Jörg Haiders Tod in der Rechtskurve

Jörg Haider, der rechte Populist, ein Hetzer mit Charme aber auch. Der Österreicher hat wie kaum ein Politiker ganz Europa in den vergangenen Jahren provoziert – und überfordert.

Von Markus Huber, Wien, 12.10.2008 0:00 Uhr

Die Bundesstraße B 71, die von Klagenfurt in Richtung Slowenien führt, war am Samstag ab den frühen Morgenstunden gesperrt. Kurz vor der Siedlung Lambichl hatte die Polizei Bänder über den Asphalt gespannt. Nur Anwohner durften passieren und einige Kamerateams.

Und was die dort filmten und fotografierten, ging um die Welt. Ein Ortsschild, das aus der Verankerung gerissen ist und auf der Straße liegt. Eine verwüstete Thujenhecke. Ein Betonsockel. Und mitten auf der Straße steht ein schwarzer VW-Phaeton. Die Front ist eingedrückt, die Windschutzscheibe eingeknickt, die Fahrerseite komplett aufgerissen.

In diesem Wagen und an dieser Stelle kam um 1 Uhr 15 in der Nacht zu Samstag der umstrittenste Politiker der österreichischen Nachkriegsgeschichte zu Tode: Jörg Haider.

Haider hatte Freitagabend noch an einer Veranstaltung zum Kärntner Landesfeiertag teilgenommen. Kurz nach Mitternacht verabschiedete er sich von den Parteifreunden, wollte mit dem Dienstwagen zu seinem Anwesen im Bärental fahren. Seine Familie wartete dort auf ihn, für dieses Wochenende war eine große Feier angesetzt, Haiders Mutter wird 90 Jahre alt.

Am Klagenfurter Stadtrand, eben in Lambichl, hatte Haider, der ohne Chauffeur unterwegs war, noch ein anderes Auto überholt. Im Ort selbst kam sein Wagen dann von der Straße ab. Der Phaeton touchierte zuerst das Ortsschild und schlitterte dann durch die Hecke. Die betonierte Fassung der dahinter liegenden Beete wurde Haider offenbar zum Verhängnis: Der Wagen krachte in den Sockel, überschlug sich mehrfach, kam erst 35 Meter weiter zum Stehen.

Für Haider kam jede Hilfe zu spät. Die Notärztin, die als erste am Unfallort war, habe ihn mit schwersten Kopfverletzungen angeschnallt im Wagen vorgefunden, sagte der Arzt Thomas Koperna. Die Fahrertür sei abgerissen gewesen. „Die Halswirbelsäule ist wahrscheinlich gebrochen gewesen, der linke Oberarm nahezu abgetrennt“, sagte Koperna. Haider wurde 58 Jahre alt.

An den Reaktionen, die sein Tod auslöste, kann man ablesen, welche Rolle der Mann, der gerade erst vor zwei Wochen bei den Parlamentswahlen mit seiner Partei BZÖ triumphal wiederauferstanden war, im Land gespielt hat. Im Österreichischen Staatsfernsehen liefen Sondersendungen an, sogar der Jugend-Radiosender FM 4 brachte eine einstündige In-Memoriam-Sendung. Vom Bundespräsidenten abwärts kondolierten alle Spitzenrepräsentanten des Landes, auch die Chefs der politischen Parteien würdigten Haider als „Ausnahmepolitiker“ (SPÖ-Chef Werner Faymann) und als „prägendste Politikerpersönlichkeit der Zweiten Republik“ (FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache).

Natürlich ist das alles recht pathetisch, aber eins stimmt wohl wirklich: Der in Oberösterreich geborene Haider hat das Land geprägt wie kaum ein anderer. 30 Jahre war er in der Politik aktiv, und vor allem in den 14 Jahren von 1986, als er die Freiheitliche Partei Österreichs übernahm, bis 2000, als die FPÖ in die Regierung eintrat, war er das Maß der Dinge im österreichischen Politikbetrieb. Er hat in diesen Jahren die FPÖ von einer Fünfprozentpartei zur zweitstärksten Kraft im Land gemacht, die bei den Wahlen im Herbst 1999 auf 28,3 Prozent kam. Trotzdem war Haider zunächst einmal ein Populist der üblen Sorte.

Er zog gegen Ausländer und Juden los, bewies immer wieder ein dubioses Geschichtsverständnis. Mal lobte er, in seiner ersten Zeit als Kärntner Landeshauptmann die „Beschäftigungspolitik der Nationalsozialisten“, mal verharmloste er die Konzentrationslager als „Straflager“. Er bezeichnete die „österreichische Nation“ als „ideologische Missgeburt“ und scheute auch nicht vor dem ganz rechten Rand zurück, etwa bei Treffen der SS-Kameradschaft 4 im Kärntner Krumpendorf.

In der Phase seines Aufstiegs galt Haider als das Böse der österreichischen Seele, so kam er auch in die internationalen Medien. Denn der Böse, laut internationaler Analyse ein Nazi, war eben auch der Mann, der fast 30 Prozent der Österreicher hinter sich versammeln konnte. Braungebrannt und schneidig war Haider auf den Titelblättern der „New York Times“, von „Newsweek“ und dem „Time“-Magazin. Er war es auch, der in Erich Böhmes „Talk in Berlin“ auf dem heißen Stuhl saß und die Kritik der versammelten deutschen Intelligenz an sich abprallen ließ. Gerade bei diesem Fernsehauftritt, im Februar 2000, zeigte sich Haider in Deutschland als ganz großes rhetorisches Talent: Weder Böhme noch der damalige OSZE-Medienbeauftragte Freimut Duve und schon gar nicht der jüdische Publizist Ralph Giordano – die alle versucht hatten, Haider vorzuführen – schienen dem Österreicher gewachsen zu sein. Stattdessen sagte Giordano nach der Sendung, Haider sei „einer der sympathischsten Menschen, die mir je begegnet sind“. Das Publikum, im Saal wie im ganzen Land, war verblüfft.

Jörg Haider war nicht zu fassen. Er war eine hochkomplexe und eigenartige Mischung. Er konnte den Nazi genauso wie den Staatstheoretiker geben, er war der plumpe Ausländerhasser und dann wieder der prononcierteste Befürworter eines EU-Beitritts der Türkei, den Österreich aufzubieten hatte. Er konnte, und das überraschte jeden, der ihn persönlich kennenlernte, ein einfühlsamer, beinahe sanfter Zuhörer sein – und dann im Bierzelt auf die Bühne gehen und Sprüche rauslassen, die jeden CSU-Politiker am politischen Aschermittwoch erblassen lassen würden.

Vor allem in seiner späten Phase, nachdem die FPÖ in die Regierung eingetreten war und dann aber von Wahl zu Wahl stärker absackte, waren diese Stimmungsschwankungen Haiders erstaunlich. Immer wieder verkroch er sich im Privaten. Und kehrte doch mit vollem Elan auf die politische Bühne zurück und träumte davon, mit der Gründung des Bündnis Zukunft Österreich noch einmal wie in den 90ern zu polarisieren. Aber dann wollte er wieder aus der Politik aussteigen und einen Lehrstuhl an einer Universität einnehmen. Oder sogar eine Wein- und Buchhandlung in Klagenfurt eröffnen.

Während des gerade abgelaufenen Wahlkampfs schlüpfte der BZÖ-Spitzenkandidat Haider in eine an ihm noch nicht erlebte Rolle: die des elder statesman, der keine Bierzelte mehr besucht, sondern im Dreiteiler im Fernsehstudio sitzt und von der staatspolitischen Verantwortung der nachdenklichen Kräfte spricht. Das Wirtschaftsprogramm, das er dabei propagierte, hatte sozialdemokratische Züge. Er klagte über die hohen Kosten für Berufspendler oder die ausgedünnte Infrastruktur in den Dörfern. Selbst langjährige politische Beobachter konnten sich auf diese Inszenierung nun keinen Reim mehr machen. Sie waren endgültig von ihm überfordert, so wie es einigen von ihnen schon seit Jahren nicht gelungen war, Haider mit seinen eigenen Waffen zu schlagen und ihn als manisch-depressiv oder homosexuell zu outen. Sie stellten lediglich erneut fest, dass Haider sprunghaft sei. Und er war auch wieder erfolgreich: Elf Prozent erreichte das BZÖ bei der Wahl am 28. September, auch die Freiheitlichen gewannen dazu. Rechtsruck in Österreich!, klagten die europäischen Medien, und Haider reckte, strahlend, sportlich, die Fäuste in die Luft.

Jörg Haider hatte ein Gespür für die Stimmung der Bevölkerungsmehrheit. Dass die dann dazu führte, einen wie Haider immer größer werden zu lassen, machte am Ende das ganze Land nicht gerade sympathisch.

(Erschienen im gedruckten Tagesspiegel vom 12.10.2008)

Quelle: http://www.tagesspiegel.de/zeitung/Die-Dritte-Seite-Joerg-Haider;art705,2634202

Sonntag, 28. September 2008

Österreich hat (das Böse) gewählt

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Dieser beide Geschlechtsteile umfassende Dampfplauderer hier ist H.C. Strache, FPÖ - der Mann, der gern Österreichs neuer Bundeskanzler oder zuallermindest Innenminister werden möchte. Was ansichts des gigantischen Rechtsrucks, den das Land heute erfahren hat, im Bereich des Möglichen liegt. Das vorherorakelte und trotzdem fast unfassbare Wahlergebnis heute abend in Österreich (Stand 19:00 Uhr):
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SPÖ 29,8 (-5,4)
ÖVP 25,7 (-8,7)
FPÖ 18,0 (+7,0)
BZÖ 10,9 (+6,8)
Grüne 9,8 (-1,2)
Andere 5,8.
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Nachdem die ÖVP Mitte-rechts liegt (vergleichbar mit der deutschen CDU) und FPÖ wie BZÖ ganz schlimme rechtspopulistische Truppen sind, liegt der Rechtsanteil hier nun bei deutlich über 50%. Fazit:
Jede/r zweite Österreicher/in wählt rechts,
fast jede/r dritte ultra-rechts.
Ich wandere aus.... :-(

Dienstag, 22. Januar 2008

Rechtspopulistin nennt Mohammed einen Kinderschänder

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Spiegel Online - 14. Januar 2008, 17:05 Uhr

ÖSTERREICH
Rechtspopulistin nennt Mohammed einen Kinderschänder
Von Alexander Schwabe

Eklat beim Neujahrsempfang der FPÖ: Die Spitzenkandidatin für die Kommunalwahlen in Graz bezeichnete Mohammed als Kinderschänder. Die Stadt werde von einem "islamischen Einwanderungs-Tsunami" bedroht. Die Staatsanwaltschaft ermittelt, der Politikerin drohen zwei Jahre Haft.

Die Schwarzl-Halle in Unterpremstätten, ein paar Kilometer südlich von Graz, ist rappelvoll. Knapp 3000 Menschen sind an diesem Sonntagmorgen zum Neujahrsempfang der Bundes-FPÖ gekommen. Die Atmosphäre bei Würstchen und Bier ist aufgeheizt, eine Einpeitscherin sorgt für Festzeltstimmung. Es ist kein gewöhnlicher Neujahrsempfang, denn am kommenden Wochenende sind Wahlen in Graz.

Die Spitzenkandidatin der Freiheitlichen Partei, Susanne Winter, nutzt den Empfang, um die Anhänger ihrer Partei zu mobilisieren, einer Partei, die sich in der Vergangenheit immer wieder auf Kosten von Ausländern und Minderheiten profilierte. Doch was ihre Anhänger jetzt zu hören bekommen, war bisher noch nicht da. Die Spitzenkandidatin sieht ihr Heimatland in Gefahr: Es drohe ein "islamischer Einwanderungs-Tsunami über Graz". In 20 oder 30 Jahren werde die Hälfte von Österreichs Bevölkerung muslimisch sein. Es gelte daher, den Islam - "ein totalitäres Herrschaftssystem" - "dorthin zurückzuwerfen, wo er hergekommen ist: jenseits des Mittelmeeres".

Trauriger Höhepunkt ihrer Tirade ist ein Angriff auf den Religionsgründer selbst: "Im heutigen System" wäre Mohammed "ein Kinderschänder". Winter spielt damit auf die angebliche Ehe des Propheten mit einem sechsjährigen Mädchen an und zieht eine Linie zu kriminellem Verhalten in der Gegenwart: Es gebe "einen weit verbreiteten Kindesmissbrauch durch islamische Männer", sagt sie. Außerdem, so polemisiert Winter weiter, sei Mohammed ein Feldherr, der den Koran in "epileptischen Anfällen" geschrieben habe.

Nachdem Winter so den Hass auf die islamische Welt geschürt hat, stachelt die Einpeitscherin die Menge weiter an. Aus Hunderten Kehlen schallen rhythmisch "Hilfe"-Schreie durch die Halle.

Das FPÖ-Volk tobt, als Parteichef Heinz-Christian Strache die Bühne betritt. Er blickt in ein rot-weiß-rotes Fahnenmeer. Strache hatte lautstark applaudiert, als Winter Mohammed einen Kinderschänder nannte. Auch Strache zieht die Angst-Karte. Er verteufelt den "Globalisierungswahnsinn" und zieht gegen die EU zu Felde. Die "europäische Unionsdiktatur" vergleicht er mit dem Anschluss Österreichs an Nazi-Deutschland.

Antirassismusbewegungen und andere österreichische Parteien reagierten schockiert auf die Äußerungen Winters. Der Integrationsbeauftragte der Islamischen Glaubensgemeinschaft, Omar al-Rawi, verurteilte sie als "Respektlosigkeit" und "unwahre Behauptungen". Die Islam-Schelte habe inzwischen ein Niveau erreicht, dass es "einem den Magen verdreht".

Der Grazer Vizebürgermeister und Chef der Sozialdemokraten, Walter Ferk, nannte die Äußerungen "puren Rassismus und eine klare Volksverhetzung gegen eine seit vielen Jahren in Österreich anerkannte Glaubensgemeinschaft". Ein Sprecher der Volkspartei sprach von einer "unglaublichen Grenzüberschreitung, die alle Demokraten auf das Schärfste verurteilen". Die stellvertretende Vorsitzende der Grünen in Österreich, Eva Glawischnig, bezeichnete Winters Äußerungen als "noch nie dagewesende antireligiöse Attacke".

Der Verein Zara (für Zivilcourage und Anti-Rassismus-Arbeit) denkt nach eigenen Angaben über eine Klage gegen die Politikerin wegen Anstiftung zum Rassenhass und der Entwürdigung einer Religion nach. Die Staatsanwaltschaft in Graz ermittelt inzwischen gegen Winter wegen des Vorwurfs der Volksverhetzung. Sollte sie angeklagt und verurteilt werden, droht ihr maximal eine zweijährige Haftstrafe.

Dass ihre Entgleisung internationale Auswirkungen haben kann, zeigte der Streit um die umstrittenen Karikaturen des Propheten Mohammed, die im September 2005 in einer dänischen Zeitung veröffentlicht worden waren. Sie hatten zu blutigen Protesten in islamischen Ländern mit mehr als 100 Toten geführt.

Die Gemeinschaft der Muslime in Österreich rief in der Tageszeitung "Österreich" schon mal zur Zurückhaltung auf: "Wir fordern alle Muslime auf, ruhig zu bleiben und sich nicht von drittklassigen Politikern provozieren zu lassen", sagte Sprecherin Carla Amina Baghajati.
Nahezu zeitgleich zum Neujahrsempfang der FPÖ hatte auch die BZÖ - das von der FPÖ abgespaltete, rechte "Bündnis Zukunft Österreich" - gestern in Graz zu ihrem Empfang geladen. Ihr Zugpferd: Kärntens Landeshauptmann Jörg Haider. Zur Begrüßung der rund 1000 Anhänger spottete dieser: "Noch darf man ja Grüß Gott sagen und muss nicht sagen, Allah ist groß."
URL:
http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,528504,00.html

Ausgerechnet in Graz - der sonst so weltoffenen Multikulti-Stadt, der Studentenhochburg, der Weltkulturhauptstadt 2003, musste das passieren... hier musste es sein, of all places. Es ist zum Kotzen. Und trotz allem, trotz ihrer peinlichen Frontfrau, hat die FPÖ bei den Grazer Kommunalwahlen (bzw. hier Gemeinderatswahlen) noch 13 % der Stimmen eingefahren. Ohne Frau Winters Ausrutscher wären es allerdings wohl 15 % oder mehr geworden, wie Wahlanalysten vermuten. Die Dame - ich verweigere das Einstellen eines Fotos in diesen Blog aus politischen UND ästhetischen Gründen, man kann ihre Fassade ja ergoogeln, wenn man unbedingt möchte - sieht übrigens aus wie durch eine intergalaktische Zeitschleife aus den Spätfünfzigern bis Frühsiebzigern in die Jetztzeit gesaugt. Sie ist die personifizierte Waschmittelwerbehausfrau (allerdings selbstverständlich OHNE Lenor-Gewissen), nur ein klein wenig mehr als real, so wie man sie vielleicht im LSD-Rausch sehen würde - die Ränder etwas zu hart, die Schminke etwas zu grell, die Stimme etwas zu laut, das Lächeln etwas zu falsch. Kurz gesagt, sie sieht aus wie etwas, wozu ein Psychopath gerne "Mama" sagen würde.

Dem Hauptargument (Mohammed hätte eine Minderjährige geehelicht, sei also ein Kinderschänder) als solches - man darf es natürlich nicht ohne seinen Kontext betrachten - setze ich jetzt mal auch sachlich etwas entgegen. Ihr lieben Rechtswähler, denen Nachdenken so schwer und Verurteilen so leicht fällt. Ihr Angsthasen vor allem Fremden, Anderen, Neuen und Ungewöhnlichen. Ihr lieben aufrechten Christen. Ihr fleißigen Leser der Heiligen Schrift. Maria, Eure Muttergottes, war vierzehn, als sie mit Jesus schwanger war. War Josef - na, oder gar der Herr himself, je nachdem welcher Zeugungstheorie man Glauben schenkt - denn dann nicht auch ein Kinderschänder?

Donnergrollen. Die Bühne verdunkelt sich. Alle rechts ab. Vorhang...

Freitag, 28. Dezember 2007

Al-Kaida bekannte sich zu Bhutto-Anschlag

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Heutiger Bericht in der österreichischen "Kleinen Zeitung":

Die Al-Kaida-Führung habe telefonisch die Verantwortung für die Ermordung von Benazir Bhutto übernommen, berichtete die "Asia Times" am Freitag in ihrer Internetausgabe.
Den Angaben zufolge soll es sich bei dem Anrufer um den Chef des Terrornetzwerkes in Afghanistan, Mustafa Abu al-Yazid, handeln. Er habe den Mord als "ersten großen Sieg" gegen die Verbündeten des Westens in Pakistan bezeichnet. "Wir haben den wertvollsten amerikanischen Aktivposten liquidiert", sagte der Al-Kaida-Führer weiter. Bhutto hatte für den Fall eines Sieges bei der Parlamentswahl am 8. Jänner einen erbitterten Kampf gegen die Islamisten in ihrem Land versprochen.

Indessen wurde der Leichnam von Bhutto am Freitag im Heimatort ihrer Familie im Süden des Landes überstellt. Tausende Trauernde empfingen den Sarg mit der Getöteten bei seiner Ankunft in der Kleinstadt Naudero in der südpakistanischen Provinz Sindh. Im nahe gelegenen Dorf Garhi Khuda Baksh sollte sie nach Angaben von Vertretern ihrer Partei noch am Freitag an der Seite ihres Vaters Zulfikar Ali Bhutto, der 1977 als Premier vom Militär gestürzt und zwei Jahre später hingerichtet wurde, beigesetzt werden. Zu dem Begräbnis wurden Tausende Anhänger der Politikerin erwartet. Die Sicherheitsvorkehrungen wurden verschärft.

Nach der Tat kam es vor allem in Sindh und der Provinzhauptstadt Karachi zu schweren Unruhen, bei denen nach offiziellen Angaben ein Polizist getötet wurde. Der Polizei und Augenzeugen zufolge wurden Dutzende Autos sowie Banken und Regierungsgebäude in Brand gesteckt. Nach Berichten pakistanischer Fernsehsender wurden insgesamt 15 Menschen bei Zusammenstößen mit Sicherheitskräften getötet.

Wie viele denn noch, bis Ihr Irren einmal vernünftig werdet?

Donnerstag, 18. Oktober 2007

Schäuble spricht

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Wichtige Mitteilung von Wolfgang Schäuble an die deutsche Bevölkerung

Ich fordere die Bürgerinnen und Bürger auf, Initiative und Einigkeit bei folgender Gemeinschaftsaktion zu zeigen:
Angesichts der Tatsache, dass radikale Muslime den Verzehr von Alkohol ablehnen, und berücksichtigend, dass radikalislamische Männer den Anblick einer anderen nackten Frau als ihrer eigenen als Sünde betrachten, sind für morgen 12.00 Uhr alle Frauen in Deutschland aufgerufen, nackt auf die Straße zu laufen, und alle Männer, ihnen mit einem Bier in der Hand zu folgen. Auf diese Weise schaffen wir es, die Terroristen unter uns ausfindig zu machen.

Das Innenministerium der Bundesrepublik Deutschland dankt Ihnen für Ihre Mithilfe im aktiven Kampf gegen den Terror.

Sonntag, 14. Oktober 2007

Osama Berlin Laden

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Klatsch & Tratsch - Osama bin Laden zieht nach Berlin

Berlin wird immer mehr zum Magneten für Prominente: Tom Cruise dreht Filme dort, Brad Pitt und Angelina Jolie wohnen bald am Wannsee, Ivan Rebroff und Rolf Eden sind längst da. Jetzt will schon wieder ein Weltstar in die deutsche Hauptstadt ziehen. Das People-Magazin GLASAUGE verrät, wer es ist.

„Ja, es ist wahr“, verrät einer dieser geschwätzigen anonymen „Bekannten“ mit der Standleitung zur Klatschpresse, die man als Prominenter unvermeidlich am Hals hat: „Osama hat sich eine gemütliche 27-Zimmer-Höhle im Prenzlauer Berg gekauft.“ Dort will er bald mit seinem Freund und ihren fünf Adoptivkindern einziehen. Im Grenzgebiet zwischen Afghanistan und Pakistan, dem „Beverly Hills des Dschihad“, hätten die vielen amerikanischen Paparazzi den beiden zuletzt in menschenverachtender Weise das Leben zur Qual gemacht, weiß der Bekannte: „Zuletzt probierten sie es sogar mit Flugzeugen und Satellitenüberwachung.“

Bin Laden will aber nicht als eine zweite Lady Diana enden und hat deshalb beschlossen, künftig in Deutschland zu leben. „Er hat gesagt ,Berlin ist arm aber sexy – genau wie mein Heimatland Saudi-Arabien'“, erklärt Osamas Bekannter. Er freue sich schon darauf, mit gleichgesinnten Freunden wie Oskar Lafontaine oder Kevin und Mario vom Lichtenberger NDP-Bezirksbüro über die Gemeinheit der Amerikaner zu diskutieren.

Vor allem aber wolle der Star wieder Muße und Ruhe finden, um sich auf die Dinge zu konzentrieren, die ihm wirklich wichtig sind: „Beispielsweise über den Roten Teppich laufen, Latte Macchiato trinken und gemeinsam mit Klaus Wowereit den Christopher Street Day eröffnen.“ Außerdem werde er mit seinen Berliner Kumpels von Architekturbüro Death, Destruction & Dr. Sommer an diversen „Projekten“ arbeiten: „Neuerdings interessiert er sich sehr für ökologische Weltzerstörung und alternative Methoden des Heiligen Krieges.“

Berlins Society nimmt die Nachricht von den neuen Nachbarn mit weltstädtischer Coolness auf: „Der Dalai Lama ist irgendwie netter“, meinte Heike Makatsch, die den Neu-Berliner Osama schon getroffen hat, als er seinen Boogaboo-Kinderwagen durch die Kastanienallee schob. Und Promi-Friseur Udo Waltz, bei dem sich Osama ein paar mal den Bart waschen ließ, weiß sogar schon vom nächsten Umzugskandidaten zu berichten: „Neulich war erst Homer Simpson zum Haare schneiden bei mir. Er hat erzählt, dass ihm Springfield allmählich zu schickimicki wird. Wenn die Kinder erst mal aus dem Haus sind, wollen er und Marge nach Berlin ziehen.“

Quelle: http://www.welt.de/satire/article1076042/Osama_bin_Laden_zieht_nach_Berlin.html

Samstag, 29. September 2007