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Freitag, 8. Februar 2008

Hamlets Monolog (Sein oder Nichtsein)

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Jeder hat es schon mal zitiert - Sein oder Nichtsein - aber kaum einer kennt den ganzen wunderbaren Monolog des größten vom Leben Verarschten der Weltliteratur, darum hier mal die klassische Schlegelsche Übersetzung des Monologs im Ganzen, incl. Anmerkungen (aus Wikipedia).

Im Bild links: Hauptnebendarsteller Horatio (Hamlets bester Freund). Bekam einen Oscar für die beste Nebenrolle :-)

Hamlet-Monolog

Dritter Aufzug, erste Szene: Die Haupthandlung der Tragödie beginnt. Das Publikum weiß bereits: Hamlets Onkel hat dessen Vater ermordet. Hamlet selbst zweifelt noch. Der Onkel ahnt bereits Gefahr und belauscht ihn. Hamlet, der Melancholiker, der Zweifler und notorische Zauderer soll handeln. Der übermächtige Geist seines Vaters fordert Rache und Vergeltung. Wird Hamlet der Herausforderung gewachsen sein? Er sieht die Todesnähe, „Sein oder Nichtsein“, seine Gedanken kreisen zwischen Handlungsaufforderung und Selbstmordgedanken.

Hamlets fünfter Monolog des Stücks, ein Gespräch mit sich selbst in Form eines Disputs über den Selbstmord, gilt als das bedeutendste Selbstgespräch der Theatergeschichte, ohne Zweifel ist es das berühmteste:
(Übersetzung nach Schlegel)

Sein oder Nichtsein, das ist hier die Frage:
Ob's edler im Gemüt, die Pfeil’ und Schleudern
Des wütenden Geschicks erdulden, oder,
Sich waffnend gegen eine See von Plagen,
Im Widerstand zu enden. Sterben – schlafen –
Nichts weiter! – und zu wissen, dass ein Schlaf
Das Herzweh und die tausend Stöße endet,
Die unsers Fleisches Erbteil – ’s ist ein Ziel,
Aufs innigste zu wünschen. Sterben – schlafen –
Schlafen! Vielleicht auch träumen! – Ja, da liegt's:
Was in dem Schlaf für Träume kommen mögen,
Wenn wir den Drang des Ird'schen abgeschüttelt,
Das zwingt uns stillzustehn. Das ist die Rücksicht,
Die Elend lässt zu hohen Jahren kommen.
Denn wer ertrüg der Zeiten Spott und Geißel,
Des Mächt’gen Druck, des Stolzen Misshandlungen,
Verschmähter Liebe Pein, des Rechtes Aufschub,
Den Übermut der Ämter und die Schmach,
Die Unwert schweigendem Verdienst erweist,
Wenn er sich selbst in Ruhstand setzen könnte
Mit einer Nadel bloß? Wer trüge Lasten
Und stöhnt’ und schwitzte unter Lebensmüh’?
Nur dass die Furcht vor etwas nach dem Tod –
Das unentdeckte Land, von des Bezirk
Kein Wandrer wiederkehrt – den Willen irrt,
Dass wir die Übel, die wir haben, lieber
Ertragen, als zu unbekannten fliehn.
So macht Bewusstsein Feige aus uns allen;
Der angebornen Farbe der Entschließung
Wird des Gedankens Blässe angekränkelt;
Und Wagestücke hohen Flugs und Werts,
Durch diese Rücksicht aus der Bahn gelenkt,
Verlieren so der Handlung Namen. – Still!
Die reizende Ophelia. – Nymphe, schließ
In dein Gebet all meine Sünden ein.



1 Kommentar:

teroapex hat gesagt…

Great post! I want to see a follow up to this topic

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