Sonntag, 30. September 2007

Mischwesen aus Rind und Mensch - keine Science Fiction, sondern Realität

.
CHIMÄREN / Mischwesen aus Rind und Mensch – die Briten brechen ein Tabu

Die Bioforschung lehrt: Wer die Tür einen Spaltbreit öffnet, bekommt sie nicht mehr zu. Er wird sie immer weiter öffnen.

Im Archäologischen Nationalmuseum von Florenz ist eines der berühmtesten Werke etruskischer Kunst zu bewundern: die Chimäre von Arezzo. Die stattliche Bronzestatue stammt aus dem fünften vorchristlichen Jahrhundert und kämpft ihren Todeskampf: Während der Löwenkopf aufbrüllt und der Schlangenschwanz zubeißt, neigt sich der Ziegenkopf bereits sterbend zur Seite. Ursprünglich soll die Chimäre Teil einer Gruppe gewesen sein: Ihr gegenüber standen die Angreifer Bellerophon und Pegasus – jene beiden Helden, die das feuerspeiende Misch- ungeheuer in Homers Ilias besiegen.

Wenn britische Wissenschaftler in Kürze Lebewesen aus Mensch und Tier züchten, um nicht auf menschliche weibliche Eizellen angewiesen zu sein, wird das Ergebnis nicht derart ins Auge springen wie die fast einen Meter hohe Arezzo-Figur. Der in der Petrischale gezeugte Embryo aus Rind und Mensch soll – so hat es die Londoner Aufsichtsbehörde für Fortpflanzungsmedizin und Embryologie genehmigt – nach 14 Tagen zerstört werden. Zu diesem Zeitpunkt ist er kleiner als einen Millimeter. Auch verweisen die Wissenschaftler darauf, dass er nur zu 0,1 Prozent animalisch ist, zu 99,9 Prozent aber der Gattung Homo sapiens zuzurechnen ist.

Die Pläne sind dennoch nicht weniger furchteinflößend als das griechische Fabelwesen. Bislang gehörte es zum weithin geteilten naturwissenschaftlichen Konsens, dass durch Chimären Krankheiten über Artgrenzen hinweg übertragen werden können und sie deshalb abzulehnen sind. Ethisch ist die Kreierung von Mensch-Tier-Wesen ohnehin inakzeptabel: „Alles von Menschen gezeugte“, lehrt Immanuel Kant, muss von Anfang an als Person betrachtet werden, der Mensch darf „niemals als Mittel zum Zweck missbraucht werden“. Mit ihren Experimenten verabschieden sich die Forscher einen weiteren Schritt von dieser einst unantastbaren Grundlage der Moralität. Unter dem Vorzeichen medizinischer Heilsversprechen wird die Instrumentalisierung des Menschen vorangetrieben: erst die Gesundheit, dann die Moral.

Die Kritik, die Londons Ankündigung in vielen europäischen Ländern hervorgerufen hat, zeigt, dass Großbritannien bislang isoliert ist. EU-Forschungsgelder werden nicht zur Verfügung gestellt. Doch wer die Geschichte der Biopolitik betrachtet, stellt fest, dass die Briten immer Vorreiter in der Embryonenforschung waren. Als man sich auf dem Kontinent noch über das Für und Wider der Stammzellforschung die Köpfe heißredete, legalisierten sie bereits das therapeutische Klonen. Jetzt schreiten sie erneut voran – Nachahmung so gut wie sicher.

Nicht zuletzt Deutschland ist ein Beispiel dafür: Wer die Tür in der Bioforschung einen Spaltbreit öffnet, bekommt sie nicht mehr zu, sondern macht sie immer weiter auf. Bei der Einführung der Stammzellimport-Gesetzgebung im Jahr 2001 warnten Kritiker, so werde der Lebensschutz ausgehöhlt, eine weitere Liberalisierung sei nur eine Frage der Zeit. In Kürze dürfte der Bundestag ihnen recht geben. In den Fraktionen zeichnet sich eine Mehrheit ab, den geltenden Stichtag zu verschieben und so die Substanz der bisherigen Embryonenschutzgesetzgebung zu zerstören. Wer Wissenschaftlern einmal neue embryonale Stammzellen für Experimente zugesteht, wird dies immer wieder tun, wenn die Forschung Frischware verlangt. So wird von Deutschland eben jener Anreiz zur Tötung von Embryonen ausgehen, den die ursprüngliche Gesetzeskonstruktion verhindern wollte.

Da ist es ein bemerkenswertes Zeichen, wenn Bundesforschungsministerin Annette Schavan in der Woche der britischen Chimären-Ankündigung ein Programm der Bundesregierung auf den Weg bringt, um alternative, ethisch unproblematische Verfahren zur Gewinnung pluripotenter Stammzellen mit fünf Millionen Euro zu unterstützen. Schavan gibt damit jenen Wissenschaftlern der Deutschen Forschungsgemeinschaft Kontra, die jüngst noch erklärt hatten, die Ergebnisse der adulten Forschung hätten sich als wenig erfolgversprechend herausgestellt.

Damit ein solcher deutscher Weg den Ansätzen in England ernsthaft entgegengesetzt werden könnte, bräuchte es mehr Unterstützer. Auch die Forschungsministerin ist nicht konsequent genug, wenn sie selbst einer Stichtagsverschiebung zuneigt. Die Warnung, die Bertolt Brecht im „Leben des Galilei“ allem Forscherdrang ins Stammbuch schrieb, ist aktueller denn je:
„Ihr mögt alles entdecken, was es zu entdecken gibt, und euer Fortschritt wird doch nur ein Fortschreiten von der Menschheit weg sein. Die Kluft zwischen euch und ihr kann eines Tages so groß werden, dass euer Jubelschrei von einem universalen Entsetzensschrei beantwortet werden könnte.“

© Matthias Gierth, Rheinischer Merkur Nr. 37, 13.09.2007
Weblink: http://www.merkur.de/2007_37_leiter_02.23152.0.html?&no_cache=1

Samstag, 29. September 2007

20 Millionen Fans wollten Karten für Led Zeppelin

.
Rund 20 Millionen Fans haben versucht, Karten für ein Comeback-Konzert der legendären Rockband Led Zeppelin am 26. November in London zu ergattern.

Für den Auftritt der drei noch lebenden Mitglieder der Gruppe meldeten sich seit der Ankündigung am 19. September 80.000 Bewerber - pro Minute!! Die O2-Arena in London, wo das Konzert stattfinden soll, fasst 20.000 Zuschauer. Der Ansturm auf die Eintrittskarten (die umgerechnet ca. 185 Euro kosten) habe die Internetseite zum Absturz gebracht, teilte ein Sprecher mit.

Die Internetseite war bis 17. September offen, eine Milliarde Mal wurde sie aufgerufen. Die Karten werden bis 1. Oktober unter den Bewerbern verlost. Das einmalige Konzert soll in Gedenken an Ahmet Ertegün, verstorbener Gründer des Labels Atlantic Records, veranstaltet werden.

Unglaubliche Dimensionen... aber das trifft für die Band schließlich auch zu. 300 Millionen verkaufte Platten, ein Rocksong für die Ewigkeit (Stairway to heaven), absolute Rockmusiklegende, Platz 1 bei VH1's "100 Greatest Artists of Hard Rock" und x anderen Polls, Charts usw., und Vorbild für tausende Musiker und Bands.

Wer genug Knete, aber keine Karte hat, beobachte ab Ende Oktober mal Ebay. Da werden einige Tickets für viel, viel Geld versteigert werden...

Tom Cruise hat Angst

.

... wovor? Vor dem Verlust seiner Familie, seiner Besitztümer oder seines Geldes? Vor einem Filmflop, vor dem Älterwerden? Vor Spinnen, vorm Schwimmen? Vor Fliegen, vorm Fliegen? Vor Gruselgeschichten? Vorm Imzuggegendiefahrtrichtungsitzen? Nein, er hat Angst vor dem galaktischen Herrscher XENU.

Der ist eine gängigen Science Fiction-Klischees entlehnte Fantasiefigur, soll ungefähr so aussehen wie obiges Foto, ist hier http://de.wikipedia.org/wiki/Xenu näher beschrieben - und dient, offenbar hochwirksam, zur Einschwörung und gleichzeitiger Einschüchterung gläubiger Scientologen.

Vom Top-Promi-Scientologen Cruise weiß also die österreichische "Kleine Zeitung" (die Tageszeitung übrigens mit dem mit Abstand besten, handlichsten Format aller Tageszeitungen, die ich kenne: 30 x 23 cm, das aber nur ganz so nebenbei) Folgendes zu berichten:

Angst vor Aliens: Tom Cruise baut Bunker

Tom Cruise will sich vor bösen Mächten aus dem All schützen. Zu diesem Zweck plant der Hollywood-Star jetzt angeblich den Bau eines unterirdischen Bunkers.

Scientology-Anhänger glauben, dass das Unheil der Menschheit vor Millionen von Jahren begann. Damals soll ein böser Alien-Fürst auf einem übervölkerten Planeten unzählige Thetanen (= Seelen) mit einer Bombe auf die Erde geschossen haben.

Wie das US-"Star Magazin" berichtet, soll dieser Bunker auf Toms Grundstück in Colorado entstehen und mit einem High-Tech-Luftreinigungssystem ausgestattet werden. Dort will sich der Schauspieler mit seiner Familie dann vor dem galaktischen Herrscher Xenu verstecken. Ein Insider sagte dazu: "Es ist ein unterirdisches System, welches mindestens zehn Leute über Jahre am Leben halten kann."

Scientology-Anhänger wie Tom Cruise oder sein Kollege Will Smith glauben, dass das Unheil der Menschheit vor Millionen von Jahren begann. Damals soll ein böser Alien-Fürst auf einem überbevölkerten Planeten unzählige Thetanen (Seelen) mit einer Bombe auf die Erde (die hieß laut Sektenoberguru Ron L. Hubbard damals "Teegebäck" oder so ähnlich... Anm. TiTo) geschossen haben.

Quelle: Kleine Zeitung, 28.9.07, S.88

Also, Glaubensfreiheit gut und schön, aber abber kann ein Rad ja wohl nicht sein... oder?

Happy Birthday, :-) :-( 8-D !

Vor ziemlich genau 25 Jahren wurde das Smiley-Emoticon geboren, und zwar in folgendem Posting von Scott Fahlman im Bulletin Board der Carnegie Mellon University:

19-Sep-82 11:44 Scott E Fahlman :-)
From: Scott E Fahlman

I propose that the following character sequence for joke markers:

:-)

Read it sideways. Actually, it is probably more economical to mark things that are NOT jokes, given current trends. For this, use

:-(

Mehr auf Fahlman's Homepage:
http://www.cs.cmu.edu/~sef/sefSmiley.htm

Oder bei Wikipedia:
http://de.wikipedia.org/wiki/Scott_E._Fahlman

Und überhaupt eh alles über Emoticons:
http://de.wikipedia.org/wiki/Emoticon

Meine Lieblings-Emoticons (eigentlich schon mehr Ascii-Art):

<°(((><

()___)_________)))~~~

Graz ist lebenswerteste Stadt Österreichs

Die "lebenswerteste Stadt" in Österreich ist Graz. Das ergab ein weltweiter Vergleich des "Reader's Digest"-Magazins.

Im besten Fall sorgt die Nachricht für ein geschrienes "Jawohl!" samt geballter Faust, im schlimmsten ist sie immer noch für ein Nicken gut. Denn nun können es alle Grazer schriftlich haben, schwarz auf weiß: Die Murmetropole ist Österreichs "lebenswerteste Stadt".

Originell. Zu diesem - objektiv betrachtet - originellen Schluss kommt die deutschsprachige Ausgabe des bekannten "Reader's Digest"-Magazins. In der Oktober-Ausgabe listet sie unter dem Titel "Grün und lebenswert" die dahingehend besten und schlechtesten Länder wie Städte auf. Das Ergebnis: Unter 72 ausgesuchten Großstädten belegten Stockholm, Oslo und München die ersten drei Plätze. Graz landete auf dem 31. Rang - immerhin sieben Plätze vor Wien. Am schlechtesten schnitten übrigens asiatische Metropolen ab.

Kriterien. Beim Städte-Vergleich wurden elf Kriterien herangezogen: Vom Müllverbrauch pro Kopf über den Strompreis und die vorhandenen Grünflächen bis hin zur - in Graz nicht geringen - Feinstaubbelastung. Die Daten stammten von US-Universitäten, der Weltbank und den "Reader's-Digest"-Redaktionen. "Von uns gibt es weltweit 51 Ausgaben", so Chefredakteur Andreas Scharf zur Kleinen Zeitung. "Von daher sind wir für solche Vergleiche prädestiniert."

Neues aus dem Bloghaus

.
Gunnaaaaaahmt...

Nach fast zwei Wochen Internetz-Abstinenz (1 Woche in Kroatien, 1 knappe Woche auf Bronchitis) bin ich wieder da und bitte freundlichst, alle entsprechenden Stellen davon in Kenntnis zu setzen.

Nebenher läuft "Das Böse unter der Sonne" im ORF-Nachtprogramm... eine Agatha Christie-Verfilmung mit Peter Ustinov als Hercule Poirot. Na gut, Ustinov mag ja ein begnadeter Schauspieler sein, aber er ist definitiv kein Hercule Poirot. Einzig Albert Finney ist Hercule Poirot und niemand sonst!!!

Dienstag, 18. September 2007

Buch oder Hörbuch?

Unlängst habe ich mich anlässlich eines Anlasses wieder einmal gefragt, was mir lieber ist: Buch oder Hörbuch - und mich dann doch wieder fürs gute alte Buch entschieden. Die Nachteile sind zwar klar - man muss es halten, herumtragen, große und schwere Bände nehmen viel Platz in Anspruch und sind sperrig, man kann während des Lesens wenig Anderes tun usw. - trotzdem sind sie mir lieber. Zum einen mag ich die Geschwindigkeit selbst bestimmen, mit der ich etwas "rezipiere" - über manche Abschnitte kann man hinweghuschen, bestimmte Sätze dagegen muss man langsam oder zwei-, dreimal lesen, um sie richtig in sich aufnehmen zu können. Beim Hörbuch dagegen wird mir die Geschwindigkeit durch den Vorleser vorgegeben. Außerdem denke ich, das Fixieren der Zeilen mit den Augen erhöht die Konzentration - zumindest bei mir :-) Und zum Autofahren passt Musik auch einfach besser als gesprochener Text.

Ein Witz zum Thema:
Sitzen zwei Kids auf einer Bank und reden über die Schule. Sagt der eine: He Alter, heute ist der Tag des Buches. Darauf der andere: Was ist denn Buches?

Und noch einer:
Sitzen zwei Kids auf einer Bank. Holt der eine ein Buch aus der Tasche. Der andere nimmt das Buch, sieht es sich von allen Seiten an und fragt: Alter, wie geht'n das an?

Zumindest einer dieser Witze, wenn nicht beide, sind bei Axel Stein geklaut... gescheiter und witziger Bursche war das seinerzeit; inzwischen ist er wohl erwachsen. Tut der noch was?

Montag, 17. September 2007

Das größte Silbenrätsel der Welt

.
findet man hier:
www.recordholders.org/de/records/charade.html


Immerhin 444 mehrsilbige (räusper) Lösungswörter müssen gefunden werden.

Diesen Post mit dem Bild eines Silbenrätsels zu bebildern, war mir zu fade... daher links ein nur sehr marginal zum Thema passendes, aber dafür wunderschönes Fraktalbild.

Sonntag, 16. September 2007

Die zehn Gebote des Bloggens

Gefunden bei BetaBlogger / Georg Graf von Westphalen, hier:
http://blog.doccheck.com/archive/441-Die-10-Gebote-des-Bloggens.html

1. Du sollst nicht lügen: Schreiben Sie die Wahrheit – die ganze Wahrheit. Und kommentieren sie diese. Blogs sollen explizit die persönliche Meinung des Autors wiedergeben und werden gerade durch die Subjektivität der Beiträge spannend. Dennoch ist es wichtig, dem Leser die objektiven Fakten ebenso klar zu vermitteln wie die eigene Haltung dazu.

2. Du sollst Schlagzeilen machen: Nutzen Sie aussagekräftige Titel, welche die Kernaussage bzw. Inhalt Ihres Beitrags sofort klar machen. Denken Sie daran, dass Ihre Beiträge in Blog-Archiven, bei Suchmaschinen, in RSS-News oder Bookmarks, auf Portalseiten etc. oft nur mit dem Titel zitiert werden und meist von vielen anderen (konkurrierenden) Schlagzeilen umgeben sind.

3. Du sollst nicht um den heißen Brei reden: Die meisten Leser entscheiden nach den ersten beiden Sätzen, ob sie weiter lesen. Beginnen Sie Ihren Beitrag daher mit der Kernaussage und der Darstellung Ihrer zentralen Thesen. Danach können Sie auf Details eingehen und ausführlicher werden.

4. Du sollst nicht zuviele Links neben mir haben: Die meisten Leser klicken auf den ersten Link. Daher sollte dieser der zentrale Link in Ihrem Beitrag sein. Außerdem verringern zu viele Links nebeneinander die Bedeutung des einzelnen Links. Trennen Sie also die Spreu vom Weizen und präsentieren Sie Ihren Lesern nur die wirklich relevanten Links.

5. Du sollst die Form ehren: Das Auge liest mit. Nutzen Sie Listen, Bilder, Formatierungen, Absätze etc. zur Strukturierung Ihrer Beiträge. Das macht es Ihren Lesern leichter, Ideen und Gedankengängen zu folgen, ohne bei längeren Passagen zu ermüden.

6. Du sollst Deine Quellen offen legen: Im Gegensatz zur Mainstream-Presse geben Blogger meist an, woher ihre Informationen stammen. So verschaffen Sie sich Glaubwürdigkeit und unterstützen eine fundierte Diskussion.

7. Du sollst Deinen Stil pflegen: Ein eigener Schreibstil schafft Authentizität und hebt Ihren Blog aus der Masse hervor. Wer nur Linklisten abtippt, ist kaum unterscheidbar von zahlreichen Blogs. Exklusive Inhalte und Ideen verfehlen ihre Wirkung nicht, wenn sie lesefreundlich aufbereitet werden.

8. Du sollst in Schubladen denken: Ordnen Sie Ihre Beiträge in klaren Kategorien. So erleichtern Sie das Finden von Themen und strukturieren Ihre Inhalte besser. Wer sich nicht frühzeitig Gedanken über den eigenen Themenfokus macht, verliert genauso wie die Leser schnell den Überblick über die Vielfalt der eigenen Inhalte.

9. Du sollst Profil zeigen: Stellen Sie sich Ihren Leser in Ihrem Profil vor. Den meisten Lesern erleichtert es den Zugang zu Ihren Meinungen und Ideen, wenn Sie sich ein Bild davon machen können, wer hinter den Beiträgen eines Blogs steht.

10. Was Du schreibst, das bleibt: Ansätze der Art „das schreibe ich nächste Woche...“ funktionieren meist nicht. Schreiben Sie einfach auf, was Ihnen durch den Kopf geht: die spontane Idee, einen interessanten Gedanken oder ungewöhnliche Standpunkte. Auch wenn Sie den Beitrag zunächst als „Entwurf“ speichern und später ausarbeiten und publizieren – so geht nichts verloren.

Liebe Männer!

Heute lese ich wieder einmal, also offenbar verlässlich, dass der Suchbegriff "Sex" bei Google häufiger eingegeben wird als die Begriffe Games, Reise, Musik, Auto, Wetter, Gesundheit und Jobs - ZUSAMMEN!! Die selbe Studie spricht von dabei von einer über 75-prozentigen Männerquote auf der Google-Suche nach Sex. Ich kann das gar nicht glauben. Sex interessiert Euch also wirklich x-fach mehr als Autos??? Nee, nä?

Letzte Woche bin ich in der Grazer City vom Hauptplatz in die Sackstraße (hehe... ja, die heißt passenderweise wirklich so) marschiert und sah dort eine Traube von Menschen - allesamt männlichen Geschlechts. Anlass war: Vor dem Erzherzog-Johann-Hotel stand zu irgendwelchen Werbezwecken ein oranger Lamborghini herum. Über die gesamte Seitenfront war ein hässlicher weißer Werbeaufkleber gepappt und drin saß irgend ein schrecklich gelangweilt aussehender Schnösel. Die Herren der Schöpfung tänzelten ums Auto herum, mehrere (wohl Touris) hatten ihre Digicams ausgepackt und knipsten den Wagen von allen Seiten. Etwaig vorhandene Frauen an ihren Seiten waren sofort vergessen, sahen auf Armbanduhren oder gar in die unbestückte Auslage vom Bärenland-Gummibärchengeschäft, mehr oder minder geduldig darauf wartend, dass sich die momentane Zappelei und Aufgeregtheit ihres Gesponses wieder legen möge...

... ich ging also am rechts stehenden Pulk Männertraube in Richtung Krebsenkeller vorbei und konnte es mir die Seitenbemerkung "He, das ist doch nur ein Auto!" nicht verkneifen... erntete aber außer ein paar bösen Blicken keinerlei Reaktion. Offenbar lähmt so komplett absorbierende Faszination doch schwerstens die verbale Spontaneität :-)

Ich stelle also subsummierend und abschließend die Frage in den virtuellen Raum:

Sex oder Autos? (Bums oder Brumm? Mausen oder sausen?)

Und jetzt bitte nicht sagen: am besten beides... eine klare und eindeutige Entscheidung ist gefragt. Und bitte auch keine Boxenluder in die Kommentarbox heften ;-)

Das Beste von Youtube

Satte zehn Prozent der gesamten weltweit benutzten Web-Bandbreite entfallen angeblich auf das Videoportal http://www.youtube.com/ - leider ist eine Unzahl von Youtube-Clips entweder Müll oder veraltet oder mehrfach vorhanden. Das Stichwort "Madonna" z.B. zeitigt bei Youtube 94.500 Suchergebnisse. Wie das wirklich Gute herausfinden?

Zum Glück gibt's inzwischen richtige Youtube-"Jurys", die die Clips sichten und bewerten. Z.B. http://www.gloob.tv/ - die haben 25 Redakteure, die tagtäglich nichts anderes tun, als sich durch die Youtube-Videos zu wühlen und die besten incl. Kommentaren auf der Gloob-Seite vorzustellen.

http://www.weshow.com/ bietet einen ähnlichen Dienst an, sogar noch erweitert auf die Clips von Google-Video und anderen Videoportalen. Die Ergebnisse sind fein säuberlich sortiert und einen monatlichen Award für die besten Clips gibt's auch.

Online-Gehirn-Jogging

.
Denksport im Web - ein paar Beispiele (gefunden in der aktuellen "Tomorrow"):

"Falls die Zahnrädchen im Kopf schon etwas knirschen, sollten Sie Ihr Gehirn trainieren. Damit Sie sich nicht gleich beim nächsten IQ-Test-Seminar anmelden müssen, gibt's den Denksport für die grauen Zellen jetzt auch im Web. Zum Beispiel unter http://www.brainspeeder.com/. Nach dem Download der Software können Sie online gegen andere User antreten. Die Disziplinen: Kopfrechnen, Ziffern merken und Zahlenreihen ergänzen. Sind Sie richtig gut, kommt Ihr Name auf die Highscore-Liste. Wer nicht so gerne Erbsen zählt, surft einfach auf http://www.gamesforthebrain.com/. Dort schickt man seine grauen Zellen etwa mit Sudoku oder Schach zum Joggen. Alternativ: http://www.denksport.de/."

Die userfreundlichste Sudoku-Seite ist m.E. www.websudoku.com - alle Schwierigkeitsgrade, leichte Druckmöglichkeit der Zahlenrätsel in verschiedensten Größen etc.

Und die genialste allgemeine Rätselseite im Netz mit .at-Domain ist wohl die der Familie Janko aus Wien: http://www.janko.at/Raetsel/index.htm - Selbstbeschreibung: "Über 9200 Aufgaben aus vielen Bereichen; unter anderem die größte Sammlung klassischer Vers- und Worträtsel im deutschsprachigen Web sowie viele im deutschen Sprachraum wenig bekannte Aufgabentypen aus aller Welt." Janko ist überhaupt zu empfehlen - http://www.janko.at/ - neben den unzähligen Rätsel gibt es noch jede Menge Spiele, Rätsel, Rezepte, ein Wienerisch-Lexikon, diverse Software und aber auch die Janko'schen privaten Katzen- und Hochzeitsfotos :-)

Samstag, 15. September 2007

Erdhörnchenfrühstück bei Herrmann

.

Gefunden bei http://www.planetherrmann.net/ -
dem "höchst interessanten Magazin für alle Herren".

Bei Herrmann findet sich u.a. auch folgende Netzperle:
http://www.planetherrmann.net/Tips+Tricks/25Tricks.html -
"Ein Wegweiser zum Untergang der abendländischen Bürokratiekultur".

Und meine Damen, keine Sorge, die Männertümelei ist nur Pose ;-)

Freitag, 14. September 2007

Österreichischer Skulpturenpark

Mein erstes Picasa-Webalbum - muss das doch mal austesten...

hier also ein paar Impressionen aus dem Österreichischen Skulpturenpark in Graz-Unterpremstätten. Künstlerisches Highlight des Parks ist übrigens ein originaler "fat car" von Erwin Wurm - allerdings hinter Glas. Die restlichen Skulpturen sind erfreulicherweise zugänglicher, (be)greifbar, betretbar sogar, wie z.B. das "Betonboot" von Michael Schuster.

Sich Kunst im freien und öffentlichen Raum zu geben hat definitiv was... keine Aufpasser, kein Museumsmuff, keine Alarmanlagen, keine Flüsterstimmen, keine gelangweilten Schulklassen, stattdessen spaziert man munter durch eine schöne Landschaft, kuckt Kunst - und trainiert so nebenbei seinen Geist an (eh meist hoffnungslosen) Interpretationsversuchen :-)

Österreichischer Skulpturenpark

Donnerstag, 13. September 2007

spock.com - Datenschutz demnächst ade?

Heute bei heise.de entdeckt: http://www.heise.de/newsticker/meldung/94337

Die Menschheit auf dem Online-Präsentierteller

Jay Bhatti hat sich als einer der Gründer von Spock.com viel Arbeit vorgenommen. "Wir wollen ein Profil von jedem Menschen dieser Welt anlegen", erklärte das Sprachrohr der US-amerikanischen Leute-Suchmaschine bei der Freischaltung seines Babys in der öffentlichen Betaphase vergangene Woche. Nun gehört Klappern bei Internet-Startups bekanntlich zum Handwerk, und so könnte man die vollmundigen Ankündigungen von Spock.com ebenfalls unter der Rubrik "New Economy 2.0" ablegen. Aber angesichts Bhattis Angaben, 100 Millionen Menschen habe der sich im Aufbau befindliche "Single Point of Contact and Knowledge" bereits auf eigenen Profilseiten erfasst, ist möglicherweise ein zweiter Blick angebracht.

Auf der Homepage finden sich zunächst die nach nicht bekannten Kriterien ausgewählten "Top Ten" der üblichen Stars und Sternchen wie Jennifer Aniston, Kate Moss oder Jessica Alba neben anderen Prominenten "in den Schlagzeilen" wie Tony Blair oder Rod Stewart. Darüber hinaus werden zehn Suchanfragenbeispiele gelistet, die über Eingaben wie "Spammer", "Terrorist" oder "Open Source" zu verschiedenen mit diesen Schlagworten versehenen Personenprofilen und damit wiederum verknüpften Leuten führen. Auch auf deutsche Berühmtheiten wie Helmut Kohl oder Angela Merkel stößt man bereits, letztere unter anderem mit dem Stichwort "youngest person to be chancellor" verknüpft.

Bei der Informationssammlung setzt Spock.com auf einen zweigeteilten Ansatz. Zum einen schöpft die Suchmaschine aus öffentlichen Quellen wie Wikipedia, Nachrichtenartikeln, Websites von Personen oder Firmen sowie in sozialen Netzwerken wie MySpace, Xing oder Facebook hinterlegten Profilen. Gerade die häufig reichlich freiwillig gemachten Angaben der Profilierten in den einschlägigen Online-Gemeinschaften stellen dabei ein reiches Futter für die virtuellen Agenten von Spock.com dar. Schließlich stellen bereits etwa 19 Prozent der Deutschen private Informationen ins Netz. Zehn Prozent nutzen dazu Communities wie StudiVZ oder Xing, 7 Prozent ihre private Homepage, während 2 Prozent Blogs betreiben oder sich in Singlebörsen in ihr Innerstes schauen lassen.

Das Web-2.0-Prinzip der nutzergenerierten Inhalte darf bei der Leute-Suchmaschine, welche die Risikokapitalgeber Clearstone Venture Partners und Opus Capital Ventures mit rund acht Millionen US-Dollar finanziell unterstützen, aber freilich nicht außen vor bleiben. So können eingeloggte User etwa bei der Verschlagwortung von Personen mit Hilfe von Tags helfen und vorhandene Kategorisierungen auf- oder abwerten. Auch über die Korrektheit etwa von Bildern, die einem Profil zugeordnet werden, können sie Aussagen machen oder Fotos selbst hochladen.

Als erster ist Spock.com mit der Idee der gezielten Personensuche nicht am Markt. Das ebenfalls Wagniskapital gestützte Portal Wink.com etwa durchsucht bereits seit November die Profile von Nutzern sozialer Netzwerke und lädt Surfer zudem ein, gleich selbst direkt bei der Suchmaschine eine Informationsseite über sich selbst zu erstellen. Zoominfo hat sich derweil auf den Unternehmensbereich kapriziert und wertet vor allem Firmen-Homepages sowie Pressemitteilungen von Wirtschaftsorganisationen aus. Weitere Leute-Suchmaschinen hören auf Namen wie Streakr, ProfileLinker oder Upscoop und wollen vom wachsenden Kuchen der suchbezogenen Werbeausgaben profitieren. Auch Google-Chef Eric Schmidt hat angekündigt, möglichst viele persönliche Daten sammeln und diesen Teil der Online-Suche ausbauen zu wollen.

Den bislang umfassendsten Ansatz bei der Sammlung und der Anzeige privater beziehungsweise im Web veröffentlichter Personendaten nebst Fotos und Kurzbiographie hat Spock.com aber für sich in Anspruch genommen. Das Vorgehen der US-Firma hat damit die Auswertungs- und Verknüpfungsmöglichkeiten personenbezogener Daten ins mediale Scheinwerferlicht gerückt. Insbesondere hierzulande titeln Tageszeitungen mit dem "Entblößten Ego" im Netz, warnen vor "Schnüffel-Suchmaschinen" oder verraten "wie US-Firmen heimlich unsere Profile anlegen". Tatsächlich ist das Missbrauchpotenzial der neuen People-Dienste groß: Bei der offenen Verschlagwortung etwa könnten bewusst falsche Fährten gelegt und Persönlichkeitsrechte verletzt werden.

Datenschützer geben sich alarmiert. Firmen wie Spock.com "müssen sehr vorsichtig sein, wem sie diese Informationen geben", betont Gus Hosein von der in London beheimateten Datenschutzorganisation Privacy International. Wenn die Leute-Suchmaschinen Seiten in Europa unterhalten würden, müssten sie sich an die geltenden Datenschutzrichtlinien halten. Betroffene könnten dann gegen das Anzeigen ihres eigenen Profils theoretisch Widerspruch einlegen. Die amerikanische Datenschutzexpertin Beth Givens warnt zugleich davor, die eigene Online-Identität auf die leichte Schulter zu nehmen: "Ich glaube, die jungen Leute sind sich nicht wirklich darüber im Klaren, dass sich der zukünftige Chef ihre MySpace-Seite anschaut."
Berlins Datenschutzbeauftragter Alexander Dix spricht derweil von einer "neuen Qualität" des Zusammentragen persönlicher Daten, die "im Kern" aber "nicht neu ist". Spock liefere prinzipiell nur das, was auch andere Suchmaschinen wie Google an den Tag fördern. Nur spare es einige Rechercheschritte. Auch Dix hofft, "dass bei vielen nun das Bewusstsein dafür geschärft wird, was sie von sich im Internet preisgeben". Er beklagt zudem, dass Betroffene erst einmal mitbekommen müssten, dass bei Spock.com ein Profil über sie vorhanden sei. Andernfalls seien auch keine eigenen Änderungen daran möglich. Bis dahin könne ein Imageschaden aber bereits erfolgt sein.

Die Gründer von Spock.com sehen sich derweil auf festem rechtlichen Grund. Sie verweisen unter anderem auf das in den USA hoch gehaltene Recht zur freien Meinungsäußerung bei der Schlagwortproblematik und auf die Möglichkeit der im Profil Erfassten, eben davon gleichsam Besitz zu nehmen und Korrekturen vornehmen zu können. Zugleich rücken sie die technischen, über die Fähigkeiten Googles hinausweisenden Funktionen der umstrittenen Site in den Vordergrund: "Wenn in einem Dokument über eine Person namens Charlie steht, dass John gerne Golf spielt, dann identifiziert unsere Suchmaschine das als Information über John und weist sie dieser Person zu", erläutert Mitgründer Jaideep Singh. Ansonsten müsse sich jeder klar machen, "wie viel über ihn bereits im Internet steht. Wir bündeln diese Informationen nur." (Stefan Krempl) / (jk/c't)

Mehr Info:
http://www.golem.de/0708/53993.html
http://www.spiegel.de/netzwelt/web/0,1518,503023,00.html (Spock-Pannen!)
http://www.stern.de/computer-technik/internet/:Spock.com-Suchmaschine-Menschen/594968.html

Momentan ist der private Normaluser aus Europa also noch relativ sicher vor diesem Datenschutz-Alptraum... aber wer weiß, wie lange das noch so bleiben wird. Big Spock is watching you? Finde ich nicht wirklich faszinierend......

Peter Callesen

.


Peter Callesen ist ein dänischer zeitgenössischer Künstler, bis vor einiger Zeit noch ein Geheimtipp, der nur mit Papier arbeitet - und daraus, teilweise hoch filigrane, Kunstwerke schafft - von der kaum sichtbaren Miniatur bis zur Überlebensgröße (auf dem Wasser schwimmende Papierschlösser z.B.) Callesens Werke sind nicht nur handwerkliche Meisterleistungen, sondern haben meist auch viel Witz und inhaltlichen Tiefgang. Die tolle und vielbebilderte Homepage (Link: auf den Titel des Postings klicken!) ist absolut einen Besuch wert. Ich war jedenfalls hin und weg...

F4 Phantom-Jet wird pulverisiert

.

Ein F4-Jet löst sich komplett in Staub auf... beim Aufprall auf eine Betonwand mit einer Geschwindigkeit von 500 Meilen/Stunde. Mit diesem Test wollte die US-Regierung feststellen, was passiert, wenn ein Flugzeug auf ein Atomkraftwerk abstürzt.

Mittwoch, 12. September 2007

Rechtschreibquiz

Hier noch ein Linktipp (Linktip? Link-Tipp?):

http://www.korrekturen.de/rechtschreibquiz.php

Extra harter Orthografie (Orthographie?)-Test mit 50 Fragen - es gilt die neue (Neue?) Rechtschreibung.

Schöner Zeitvertreib für verregnete Abende zu Hause (zuhause? zu hause?) oder für die Mittagspause.

Für Otto Normalverschreiber ist ein Ergebnis von 30 Richtigen zu 20 Falschen (falschen?) schon absolut hervorragend (hervoragend? Hervor ragend?).

Korrekturen.de ist auch sonst eine brillante (brilliante?) Heimseite...

Tipps & Tricks für alle Fälle

http://www.isirix.de/isirix_datenbank.htm

Linktipp: Isirix.de sammelt und verlinkt Webseiten, die Tipps und Tricks für Alltag, Hobby, Beruf etc. bieten. Im einzelnen sind das folgende Bereiche:

•Computer
•Haus, Garten, Küche
•Freizeit und Hobby
•Auto
•Tipps für alle Lebenslagen
•Geld und Finanzen / Onlinegeschäfte und Versand
•Schule und Studium
•Kinder ,Erziehung, Ehe und Familie
•Technik
•Sonstige Tipps und Tricks
•Gesundheit und Umwelt
•Beruf und Karriere

Noch sind nicht allzuviele Seiten verlinkt, daher bleibt das Ganze übersichtlich - und ist auch noch mit Screenshots bebildert. Alles in allem ganz brauchbar!

Roller, Urlaub, Sturz



Hä?
OK, den Witz verstehen nur die, die selber einen blogspot-Blog bebloggen...

Aus den Niederungen des Wortspiels

"Der Media-Markt sollte mehr CDs von Paul McCartney anbeateln."

Ist mir heute eingefallen, ich fand's witzig, ich kann ja auch nix dafür...

Leben wir in einer Computersimulation?

Wer abgedrehte und schräge Ideen, Theorien und Philosophien mag, sich von Gedankenexperimenten faszinieren läßt, das Genre des sog. mindfuck liebt, "Matrix" für einen fantastischen Film hält und überhaupt gern über den Tellerrand des Verstandes hinausguckt, sollte mal in einer ruhigen Stunde diesen wissenschaftlichen Artikel durchlesen:

http://www.heise.de/tp/r4/artikel/24/24268/1.html

Der britische Philosoph Nick Bostrom (faszinierender Typ...) erklärt hier - sehr ernsthaft, logisch und schlüssig - warum es durchaus möglich, wenn nicht sogar wahrscheinlich ist, dass wir Menschen in einer Computersimulation leben...

Weiterführend:
http://www.nickbostrom.com/ (englisch)
http://www.uni-magdeburg.de/iewmoodle/mod/resource/view.php?id=393
http://www.heise.de/tp/r4/artikel/14/14991/1.html
http://www.focus.de/wissen/wissenschaft/odenwalds_universum/frage-von-michael-a-kouklakis_aid_26489.html

Oder einfach selbst mit "Nick Bostrom" oder "Simulationsargument" googeln....

Sonntag, 9. September 2007

Blog-Empfehlung: Call me

Call me - eine Telefonsexanbieterin erzählt aus ihrem Alltag:

http://phonebitch.blogspot.com/

Vor allem die schrägen oder einfach nur dämlichen Telefonfreier kriegen ih Fett weg. Ob das Ganze nun gefaket ist oder nicht: guter, witziger Blog, lässig geschrieben, mit guten weiteren Blogtips (unter "Lies dies") und mit großem Archiv (seit 2005).

Kleines Beispiel aus "Call me" von April 2006:

Fragebogen

Er nervt und ist sich das bestimmt auch bewusst.
"Hey Puppe, was für ein Slip hast du an?"
"Ich trage einen roten String."
"Du trägst einen roten String?"
"Ja, ich trage einen roten String."
"Bist du auch schon feucht?"
"Ja, ich bin schon feucht."
"Du bist also schon feucht?"
"Ja, ich bin schon feucht."
"Hättest du jetzt Lust auf einen guten Fick?"
"Oh ja, und wie ich Lust hätte auf einen guten Fick."
"Du hättest also Lust auf einen guten Fick."

Nach 2 Minuten ging er mir so sehr auf die Nerven und ich erweiterte einfach dieses Spielchen.

"Welche Position mags du denn am liebsten?"
"Von hinten."
"Von hinten also?"
"Ja von hinten und du?"
"Ich?"
"Ja du."
"Auch von hinten."
"Du magst es also auch von hinten."

Das Spiel hat ihm nicht gefallen und sein Ständer, wenn er überhaupt einen hatte, hat sich schnell in Luft aufgelöst. Er war mir zu sachlich und es kam mir vor, als wenn ich einen Fragebogen beantworten müsse. Vielleicht ruft er auch eine Anbieterin nach der anderen an und entscheidet sich dann für jene, die ihm am meisten zusagt. Mich hat er wohl von der Liste gestrichen.

Endlich gefunden: Der Eingang nach Österreich!


Nach langem Suchen wurde jetzt endlich der Eingang nach Österreich gefunden. Wie man auf dem Foto sieht, ist eine erste Schaulustige schon drin. Kommt alle gucken!

Die wichtigsten Infos zum Papstbesuch in Österreich:

- Gestern war Benni die Ratte in Wien: statt der kirchenseits erhofften 20.000 waren magere 7.000 Besucher da;
- Heute war er in Mariazell: statt der erwarteten 80.000 waren gerade mal 30.000 Pilger vor Ort;
- Beide Tatsachen schiebt die Kirche aufs Wetter und die Gesamtsituation;
- In Wien am Stephansplatz ist nach seinem "Grüß Gott" das Mikrofon ausgefallen (Realsatire? göttliche Vorsehung?), die geplante Rede wurde ersatzlos gestrichen;
- In Mariazell sind zwei Pilger älteren Semesters an Herzinfarkt gestorben;
- Außer Anti-Abtreibungs-Sprüchen und Blabla hatte Gottes Staubsaugervertreter auf Erden nichts Besonderes zu vermelden;
- Jetzt isser wieder weg.

Außer Spesen nichts gewesen....

Harry Potter treibt's mit Draco Malfoy

Mit obigem Betreff hoffe ich, die Besucherzahlen meines Blogs ins Unendliche hochzupotenzieren...

Hier geht es jedenfalls um SLASH - gemeint ist nicht der Gitarrist von Guns'N Roses, sondern der schwule Onlinetrend: homoerotische Fan-Kunst und Fan-Fiktion in Wort und Bild: Geschichten, Fantasien, Zeichnungen, Photoshop-Bilder etc. - also mal ganz sicher eine der spannenderen Unterkategorien der Fanfiction :-)

Ein Artikel bei Spiegel online erklärt das Wesentliche am Beispiel Potter-Slash-Fanfic:

SPIEGEL ONLINE - 24. September 2005, 10:48
URL: http://www.spiegel.de/netzwelt/web/0,1518,376285,00.html

SCHWULE FAN-FICTION

Harry Potter liebt Männer

Die Millionen von Harry-Potter-Fans weltweit sind oft nicht zufrieden mit den kleinen Dosen, in denen ihnen neue Geschichten um ihren Liebling dargeboten werden. Viele schreiben selbst - und manche machen aus dem heterosexuellen Nachwuchsmagier einen schwulen Jüngling.

Harry Potter: Anonyme Autoren mit eigenen Ideen

Welche gefährlichen Abenteuer muss Harry Potter diesmal bestehen? Welcher Mitschülerin gibt er den ersten Kuss? Schafft er es, den bösen Voldemort endgültig zu besiegen? Die Antworten auf solche Fragen brennen den meisten Harry-Potter-Fans vor dem Erscheinen des sechsten Bandes auf den Nägeln. Einen großen Teil der Fangemeinde des Zauberlehrlings aber interessiert nichts weniger als das. Sie malen sich stattdessen aus, wie Harry, endlich erwachsen, die Zauberschule Hogwarts verlässt - und seine Neigungen in einer schwulen Lebensgemeinschaft mit seinem Erzfeind Draco Malfoy auslebt.

"Dracos warmer Atem strich ihm über den Nacken. In Harrys Armen entspannte sich sein Körper ganz langsam, als ob er diese Position nie wieder verlassen wollte. Harry merkte, dass dies der Augenblick war, in dem er sich so wohl fühlte wie noch nie in seinem ganzen Leben." Solche Sätze schreibt natürlich nicht die Autorin der Harry-Potter-Romane, Joanne K. Rowling. Solche Sätze schreiben anonyme Autoren und stellen sie ins Internet. "Fanfiction", kurz Fanfic, heißt dieses Genre: Millionen von Geschichten gibt es, jeder Schreiber hat seinen eigenen Lieblingscharakter aus Büchern, Fernsehserien, Filmen, zu dem er seine ganz privaten Phantasien spinnt. Das reicht von Hamlet bis Mickey Maus, von kurzen Dialogen zwischen Randfiguren bis hin zu kompletten Romanen. Und für Hunderttausende weltweit ist dieser Lieblingscharakter eben Harry Potter.

Die Seite sugarquills.net zum Beispiel hat sich ausschließlich Harry Potter verschrieben. Leute aus der ganzen Welt schicken ihre erfundenen Geschichten. "Für die meisten von ihnen ist es einfach aufregend, etwas zu schreiben, das auch gelesen wird und zu dem es sogar eine Reaktion von Online-Rezensenten gibt", sagt Jennie Levine, die sugarquills mit ins Leben gerufen hat. Möchtegern-Autoren finden ein fertiges Universum mit genau definierten Charakteren vor: "Das ist ein guter Ausgangspunkt. Wir hoffen, dass es ein Sprungbrett für Leute ist, die einmal ihre eigenen Geschichten schreiben", sagt die 33-jährige Bibliothekarin, die an der Universität von Maryland arbeitet.

Sugarquills passt genau auf, welche Geschichten auf der Seite stehen bleiben. 25 Freiwillige zensieren die Stories. Viele Fanfic-Autoren sind nämlich Kuppler: Sie sind allein darauf aus, zwei Charaktere miteiander zu verbändeln. Das akzeptieren die sugarquills-Zensoren - solange diese Kuppeleien in die Harry-Potter-Geschichten passen und sich nicht im drastischen Detail verlieren. "Wenn sie es auf dem Sofa treiben, fliegt es 'raus", sagt Levine bestimmt.
Andere Seiten sind da anders. Der Zweck der Seite restrictedsection.org zum Beispiel besteht allein darin zu beschreiben, wo, wann, mit wem und vor allem wie sie es tun. "Ich finde, es ist nicht meine Aufgabe zu bestimmen, wie die Leute ihren Kick kriegen", sagt Vikki Dolenga, die restrictedsection.org 2002 gegründet hat. Die 34-jährige Kundenberaterin einer Datenverarbeitungsfirma in Chicago findet, dass die Geschichten auf der Seite "erotisch" sind und nicht pornografisch. 200.000 Mal am Tag wird die Seite angeklickt.

Besonders oft werden homosexuelle Paarungen von eigentlich klar heterosexuellen Charakteren beschrieben - wie eben eine Liason zwischen Harry und Draco. Solche Geschichten tauchten erstmals Mitte der 70er Jahre auf: heiße Phantasien über eine Beziehung zwischen Captain Kirk und Mr. Spock im Raumschiff "Star Trek".

Die Erfinder der Figuren sind natürlich nicht so glücklich mit diesen Geschichten. Anne Rice zum Beispiel, die Autorin der Vampir Chroniken, schrieb auf ihrer Website: "Die Charaktere sind gesetzlich geschützt. Es regt mich total auf, auch nur an Fanfiction mit meinen Figuren zu denken." Joanne K. Rowling ist da gelassener, solange die Stories der Fans nicht gewalttätig, gotteslästerlich oder sexuell freizügig sind. Seiten wie restrictedsection.org haben zwar schon viele Unterlassungserklärungen bekommen, können aber einfach weiterbetrieben werden, wenn sie den Zugang über Passwörter für unter 18-Jährige sperren. "Wir sind immer noch da", triumphiert Vikki Dolenga - "obwohl wir bestimmt nie einen Preis für die beste Potter-Geschichte im Netz gewinnen werden."

Von Giles Hewitt, AFP

Weitere Links zum Thema:

Wikipedia über Fanfiction:
http://de.wikipedia.org/wiki/Fanfiction
Wikipedia über Slash:
http://de.wikipedia.org/wiki/Slash_%28Literatur%29
Squidge - schöne Slash-Bilder bekannter Stars&Filme:
http://www.squidge.org/~praxisters/
Potter-Slasharchiv:
http://www.endless-rain.de/
Riesige deutsche FF-Seite, hier kann man stundenlang stöbern:
http://www.fanfiktion.de/
... und tausende weitere Seiten - einfach ergoogeln :-)

Copyright des obigen Bildes bei salishna.net:
http://www.salishna.net/hdslash/index.php?site

Freitag, 7. September 2007

Sprachspielereien Vol. 3

Und hier ein paar wunderschöne Wort- und Satz-Palindrome:

Dienstmannamtsneid
Retsinakanister
Anita bat Ina
Alle Bananen, Anabella!
Alle necken Ella
Anita, beiss sie, bat Ina
Anni roch Corinna
Die Liebe ist Sieger, rege ist sie bei Leid
Die liebe Tote! Beileid!
Die Rede - ist sie der Eid?
Dracula´s Alu-Card
E-Dur, Trude!
Ein Examen? Ne, Maxe, nie!
Ein Golf flog nie!
Ein Neger mit Frust surft im Regen nie
Ein Neger mit Gazelle zagt im Regen nie
Eine Horde bedrohe nie!
Elly biss Sibylle
Euere Idee: Die Reue
Geist, sieg!
Leg in eine so helle Hose nie 'n Igel!
Na, Fakir, Paprika-Fan?
Nette Letten
Nie setzt es ein
Nie so sein!
Nie solo sein!
Nur du, Gudrun!
O Genie, der Herr ehre dein Ego!
Regine, webe weniger!
Reit' nie ein Tier!
Reizend lügt güldne Zier
Retten Nebel Rentnerleben netter?
Rettender Retter, red' netter!
Ria fand Edna fair
Risotto, Sir?
Sator arepo tenet opera rotas (mittelalterlicher Zauberspruch, siehe auch hier)
Sei fein, nie fies!
Spart Raps!
Trug Tim eine so helle Hose nie mit Gurt?
Tunk nie ein Knie ein, Knut!
Wo ruht Anna Thurow?

Sprachspielereien Vol. 2

Das Wort mit den meisten unmittelbar aufeinanderfolgenden Vokalbuchstaben, das sich im Duden finden lässt, lautet zweieiig (5 Vokalbuchstaben). Die meisten aber hätten wohl Zusammensetzungen aus Queue, Eiern, Aue und Ai, ggf. auch noch kindersprachlich Aua (als Substantiv = das Aua): Queueeier, Queueaue (7 Vokalbuchstaben). Daneben gibt es sicherlich Aiauen und Aieier. Wenn sich das arme Ai an besonderer Stelle wehtut, dann hat es ein Aieiaua. Geschieht das beim Billard, dann ist es ein Queueaieiaua. Und passiert das immer auf einer bestimmten Aue, dann ist dies die Queueaieiauaaue (14 Vokalbuchstaben). Letzteres wäre auch das Wort mit den meisten Vokalbuchstaben am Wortende. Eine Aieiauaaue wäre wohl das längste Wort, das nur aus Vokalbuchstaben besteht (10 Stück) beziehungsweise mit den meisten Vokalbuchstaben am Wortanfang. Wenn man aber die Wörter auch mehrmals in den Zusammensetzungen zulässt, ist die Anzahl der Vokalbuchstaben theoretisch unbegrenzt (beispielsweise eine Aieiauaaue mit Queueeiern wäre eine Queueeiaieiauaaue usw.).

Das und mehr gefunden bei Bessersprechen

Sprachspielereien

Wo wir gerade beim Thema Sprache sind: Sie da, aufstehen, an die Tafel kommen und die folgenden Sätze laut vorlesen!

Ein Kardinal übersteht eine Operation ohne Betäubung nach kurzer Betübung.
Mit Gleichstrom fahren die O-Busse in Ostrom.
Korrekte Beinhaltung beinhaltet beim Tragen der päpstlichen Standarten verschiedene Standarten.
Man hat mir öffentlich beigepflichtet, dass Fahnentuch sei beigefarben.
Bei der Spendensammlung dient der Reinerlös dem Nachweis der Reinkorporation des Heiligen durch Gott, den Alleinen.
Auf alle Nachlassfächerchen erstreckten sich die Recherchen der Inquisition.
Durch das Buschfeuer steuerte kein Buschauffeur den Wagen wie dieser Missionar.
Es ist keine Legende, dass er das Zugende noch erreichte, obwohl die Nachteile eines Nachteilzuges nicht zu leugnen sind.
Sein Seelentröster war ein Seeleopard, ein Häscher, der kein Häschen entkommen ließ.
Auf dem Estrich stand: Bindestriche bieten bei manchem Politikersatz Schreiberleichterung.
Große Bilderfolge hatte der Textilingenieur mit seinen Textilillustrationen zur Salonalbumserie.
In diesen Wonnetagen meidet man die schönsten Wohnetagen, und selbst in der Versandabteilung beugt man sich über die Verandabrüstung.
Vor allem der Talentförderung diente der Wettbewerb zur Talentwässerung durch Stauseen und auch die Staubecken müssen gesäubert werden, am besten nimmt man dazu ein Staubtuch.
Die Heimat ohne jede Heimatmosphäre war für die Waise ideal, ging es hier doch babygerecht zu, trotz babylonischer Sprachverwirrungen.
Alles war großzügig, nur die Alträume waren wahre Elternalbträume: Es gab zum Beispiel nur ein Schuhregal für alle Stiefeltern.
Auf dem anschließenden Presseessen wurden Seeigeleier geboten, Tiefkühlautomatensalat, Wurzelenden mit Schweinelenden, Nachtischweine usw.
Die am meisten gefürchtete Profiamazone der Panamazone behauptete, weder Gage noch Visagebühren seien ihr wichtig.
Was sie bei der Spargelernte verdient hatte, legte sie zu ihren Spargeldern.
Nachdem der Abendstern den Morgenstern abgelöst hatte, sah man nur noch Zwergelstern.

Sandy Says

Und hier Sandys kleine Glosse zum Artikel im Posting weiter unten (Sterben Erdäpfel und Paradeiser aus):

Soweit der Artikel. Ja, mehr Sprachbewusstsein wäre nicht sondern i s t angebracht! Nur frage ich Sie, sehr geehrter Herr Schneeweiss, warum bringen Sie dieses Bewusstsein nicht konsequent zum Ausdruck. Was haben englische Wörter (Anglizismen) in einem Lob-Lied (Song) über die Fein- und Eigenheiten der österreichischen Wörter (Austriazismen) in der deutschen Sprache zu suchen? Weiters frage ich Sie, ob sie nicht auch in der Schule mit: „Beginne niemals einen Satz mit „Und““ gequält wurden. Wie immer, inhaltlich pflichte ich Ihnen voll bei. Leidenschaftlich halte ich im täglichen Sprachgebrauch das Fähnchen der österreichischen Sprache hoch. Nicht nur Sprache, sondern z..B. die Esskultur per se verkommt zusehends zu einem großen multikulturellen, diffusen Mischmasch.

Es war Mitte der 70er Jahre, als ich als junges Mädchen mit meinem Vater die Sommerferien am Wörthersee verbrachte. Bei einem Spaziergang durch Krumpendorf las ich auf einem Schild vor einem Gasthaus: „Menü heute: Wienerschnitzel mit Sauerkraut und Tunke“. Diese Ankündigung ausgelassener Geschmacksverwirrung löste bei mir Heiterkeitsausbrüche aus und veranlasste mich zum Ausruf: „Die spinnen, die Kärntner!“. Mein Vater erklärte mir, dass kein Kärntner sein „Wiener“ mit Sauerkraut und Tunke zu sich nimmt, diese Komposition sei lediglich ein Angebot für die deutschen Sommergäste. „Warum müssen die das essen?“ fragte ich mitleidsvoll – wie gesagt ich war noch sehr jung und naiv – „Weil sie das so wollen. Sie sind´s halt gewohnt von z´Haus.“ erklärte mein Vater. Worauf ich das Asterix-Zitat wiederholte und Kärntner durch Deutsche ersetzte.

Heute, dreißig Jahre später, erzählt mir eine Freundin von ihrem traumhaften All-inclusive Urlaub in Monastir, Tunesien. Tolle Anlage, direkt am Meer, traumhaftes Wetter und dank der deutschen Pionierarbeit mit dem unschätzbaren Vorteil „Man spricht Deutsch“. Auch das Essen wäre ausgezeichnet gewesen. Vor meinem geistigen Auge sah ich dampfende Schüsseln mit Couscous und allerlei Gemüse, Kichererbsen, Lammfleisch mit scharfer Harissa, frisches knusprig-flaumiges Fladenbrot, Körbe voller Datteln, Kaktusfrüchten und Feigen. Ich konnte die Aromenvielfalt der arabischen Gewürze förmlich riechen, als meine Freundin sagte: „Stell Dir vor, es gab Kaiserschmarrn!“. Puff – irgendwie passte der backenbärtige Franz Josef so ganz und gar nicht in meine romantisch verklärte 1001-Nacht-Vorstellung. „Darf ich mal fragen, welche Gerichte eigentlich landestypisch für Tunesien sind?“ – ich durfte nicht. Lebhaft erzählte meine Freundin weiter. Sie beobachtete einen spanischen Gast, der ganz offensichtlich noch nie in Tunesien war und daher keine Ahnung hatte, dass es sich bei Kaiserschmarrn um eine Süßspeise handelt. Er türmte auf die eine Seite seines Tellers klassisch tunesische Spaghetti mit Tomatensoße und auf die andere Seite den eben erwähnten Kaiserschmarrn. Fusion vom Feinsten oder sic transit gloria europae et africae...

Sterben Erdäpfel und Paradeiser aus?

Ich übergebe das Mikro an Sandy:

Eines meines Lieblingsthemen:

Josef Schneeweiss (Germanist an der Universität Klagenfurt) vor einigen Tagen in der steirischen „Kleinen Zeitung“ über den Rückgang von österreichischen Wörtern in der deutschen Sprache:


Sterben Erdäpfel und Paradeiser aus? (Kleine Zeitung)

Die These: Austriazismen tragen zur Bereichung der deutschen Sprache bei, sie verdienen bewahrt zu werden.

Welches Deutsch ist eigentlich unser Deutsch? Das fragt man sich nicht nur, wenn man sich am Bauernmarkt umsieht. Da bieten auch die größten Hinterwäldler fast ausschließlich Kartoffeln, Tomaten und Heidelbeeren feil und tun so, als wäre es nie anders gewesen. Dann flattern allwöchentlich Flugblätter der Lebensmittelkonzerne ins Haus, die ihren Sitz überwiegend in Deutschland haben, und drängen uns wieder die Wörter unserer Nachbarn auf.
Einer liefert uns sogar „Tomaten aus Österreich“. Es ist nur noch eine Frage der Zeit, bis auch noch unsere Marillen, Eierschwammerl und Karfiol den Aprikosen, Pfifferlingen und dem Blumenkohl weichen werden.

Kein Wunder, dass viele Jugendliche in Österreich Wörter wie Paradeiser oder Erdäpfel noch nie gehört haben. Dabei ist das Wort von seiner Herkunft her hoch interessant. Es erinnert an den Genesisbericht und die ursprüngliche Heimat des Menschen im Nahen Osten, die die Griechen paradeisos, also Paradies, nannten,. Und es erinnert an die verlockende Paradiesfrucht. Aber auch ein Wort wie Erdapfel fasziniert schon wegen seiner wunderbaren Anschaulichkeit, die die Kartoffel (aus ital. tartufo „Trüffel“) nicht besitzt.

In zahlreichen touristischen Gastronomiebetrieben haben die Palatschinken, die Topfentorte und der Schlag schon längst dem Pfannkuchen, der Quarktorte und der Sahne Platz machen müssen. Damit unsere „armen“ deutschen Gäste, die ohnedies spärlicher kommen, nicht sprachlich vor den Kopf gestoßen werden. Mittlerweile wird ihnen sogar „rote Grütze“ serviert. Der gebürtige Österreicher Udo Jürgens ist nicht ganz unschuldig daran; sein Song „Aber bitte mit Sahne!“ wurde ein Bombenerfolg.

Gemäß dem EU-Protokoll Nr. 10 sind zumindest 23 Austriazismen (österreichische Wörter) – neben den bereits erwähnten etwa auch Faschiertes, Fisolen, Weichseln, Kren und Ribiseln – geschützt. Aber: Wer weiß das schon? Und noch mehr. Wen kümmert es? Die auch hierzulande beliebten deutschen Privat-TV-Sender und die norddeutsche Filmsynchronisation tragen fleißig zum Rückgang des österreichischen Deutsch bei.

Bei einigen österreichischen Tageszeitungen schützt man zwar konsequent den „Wissenschafter“ – also den Wissenschaftler ohne „l“, aber den Feber hat man sterben lassen. Noch vor ein paar Jahren konnte man ihn auf allen Einblattkalendern lesen, inzwischen ist er durch die Bank dem Februar gewichen. Wann wird der Jänner durch den Januar ersetzt? Sollten wir nicht ein wenig stolz auf unsere Austriazismen sein? Tragen sie nicht zur Bereicherung der deutschen Sprache bei? Wenn ja, verdienen sie es, bewahrt zu werden. Mehr Sprachbewusstsein wäre also angebracht.

Donnerstag, 6. September 2007

Der Schlager-Kompress

Hossa!
Hast Du etwas Zeit für mich
Dann singe ich ein Lied für Dich:
Um-bada, um-bada, um-bada...
Dunkel war die Nacht ein Vogel sang
Und ich ging allein am Fluß entlang
Auf dem Feld blüht weiß der Jasmin,
und ich ging ohne Ziel vor mich hin.
Wie im Traum, da sah ich dich am Wege so allein,
wie ein Schmetterling im Sonnenschein.
Nur der Mond warf sein Licht auf das Meer und Du warst so wunderschön.
In Deinen Haaren kann ich die Sterne leuchten sehn.
Wie du mich angeseh'n hast, war ich schon verloren.
Und nun bin ich verliebt bis über meine Ohren.
Wir schliefen auf dem Boden und wir tranken roten Wein.
Waren glücklich und verrückt, so wie Verliebte sind.
Ich lachte und sprach: "Ich hab Dir noch viel zu geben."
Ich bin wie Du, wir sind wie Sand und Meer,
und darum brauch ich Dich so sehr.
Ich seh' noch heut' den kleinen Hafen, die weißen Mühlen dort im Wind.
In deinen Augen so viel Sehnsucht als die Bouzouki leis' erklingt.
Es muss Nacht sein, es muss Nacht sein,
und da muß viel Musik sein, Señor!
Du liebst Musik und Gitarrenklang
Und vom Lachen und Tanzen lebst Du die ganzen Jahre lang
Hi, Honey, Mensch bin ich verliebt,
Hi, Honey, dass es so was gibt.
Weil Du mich liebst ist der Tag wieder Leben für mich.
Weil Du mich brauchst ist die Nacht wieder Lieben für mich.
Und ich sag Dir dass ich glücklich bin,
seit Du kamst da hat mein Leben einen Sinn.
Komm, lass uns Freunde sein, denn dann ist keiner allein,
man fühlt sich irgendwie beglückt, wenn man so zusammenrückt,
lass uns jeden Tag das Leben endlos spüren
und uns niemals unsere Ehrlichkeit verlieren.
Oh, Maria, ich hab' Dich lieb, ich hab' Dich lieb, bitte glaube mir.
Was auch immer mit der anderen war, das ist vorbei, ich schwöre es Dir.
Marmor, Stein und Eisen bricht, aber unsere Liebe nicht.
Alles, alles geht vorbei, doch wir sind uns treu.
Und ein Engel der Sehnsucht heißt, steht am Fenster
und schaut dich an und er träumt mit dir und er weint mit dir,
in silbernen Träumen von der Barke mit der gläsernen Fracht
die in sternklarer Nacht deiner Traurigkeit entflieht.
Eine neue Liebe ist wie ein neues Leben, nananananana
Mir ist als ob ich durch dich neu geboren wär
Jetzt bin ich glücklich, my Pretty Belinda,
jetzt und für immer, my Pretty Belinda.
Wie mein Name an der Tür!

Samstag, 1. September 2007

Der unbekannte Held - Franz Seraphin Porcia

Als Fürst nicht tauglich -
Von einem guten Menschen und dessen verfehltem Ziel

Vielleicht sollte man Kroatien wieder einmal einen solchen Fürsten wünschen, denn da würde sich möglicherweise so manches in sein Gegenteil umkehren und gut werden:

Franz Seraphin (Fürst von) Porcia hieß dieser merkwürdige Mensch, den keiner verstand, in seinen Ländereien nicht und nicht in seiner Zeit, und verlacht hat man ihn, ja der Plebs von der Straße hat ihm Grimassen geschnitten, aber die Leute des Biedermeier waren ja auch nicht unbedingt helle Köpfe. Er wurde am 21.3.1753 in Gonobitz geboren und ist am 14.2.1827 in Venedig gestorben, und sein ungeheuer langer Adelstitel lautete:

"Fürst von Porcia, Brugnera und Mitterburg, regierender Graf zu Ortenburg, gefürsteter Graf von Tettensee, Erbherr auf Prem und Senosetsch, Herr der Herrschaften Oberdrauburg, Flaschberg, Pittersburg, Goldenstein, Grünburg, Möderndorf und Gegend, Herr auf Ober- und Unterlauterbach, Hornegg, Mallenhofen, Sr. Kaiserl. Majestät Erblandeshofmeister von Görz, etc. etc.",

und wir gedenken hier deshalb seiner, weil auch Mitterburg, also Pazin, unter seiner fürstlichen Gewalt stand. Hochdieselbe Familie stammten (Pluralis majestatis!) jedenfalls aus Pordenone in Oberitalien, und er hielt sich zumeist in Spittal an der Drau in Kärnten oder später in der Nähe von Graz auf, aber er regelte auch seine Geschäfte in Pazin auf eine merkwürdige Weise ordentlich, wie hier erzählt werden soll.

Hundert Anekdoten flackern durch die Geschichtsbücher von Istrien, Slowenien, Oberitalien, Untersteier und Kärnten; er hat ganz offenbar eine tiefe Furche in die Zeit gegraben. Die erzählen z.B., dass er sich als Nachtwächter verkleidet habe und durch die Dörfer und Kirchhöfe seiner Herrschaften gegeistert sei auf der Suche nach einfachen und armen Leuten, dass er Irrlichtern nachgelaufen wäre, sich "mit Totenköpfen und Unholden" habe malen lassen und "von Abdeckern zu Gevatter bitten" habe lassen, also bei den Letzten in der Hierarchie des 19. Jh. den Trauzeugen gespielt habe. Die Anekdoten erzählen weiter, dass er "schlechte Verse und langweilige Sentenzen fabriziert" habe (in der Tat sind in Bozen im frühen 19. Jh. Gedichte von ihm erschienen, neben religiösen Inhalts zumeist dem Hauptthema "Der Mensch als unselig Mittelding von Engeln und Vieh" verpflichtet), und sie erzählen weiter, dass er "oft kein Hemd getragen" habe und "seinen Sekretär ohne Rock von Kärnten nach Venedig spazierengefahren" habe.

Ein Gutteil dieser Anekdoten (es gibt noch eine sehr lange Reihe weiterer) soll von ihm selbst stammen: Er habe sich, wenn er auf einem seiner Sitze (...) aufgehalten habe, seinen Besuchern gegenüber als Diener ausgegeben und über "seinen Herrn", also über sich selbst, solcher Geschichten viele verbreitet haben. Ein schrulliger Mensch, gewiss.

Aber es gibt da auch eine deutliche soziale Komponente. Er habe Bettlern oder Bedürftigen an den Portalen seiner Sitze Brotlaibe gegeben, wird geschrieben, und er habe die Bedürftigen bei deren nächstem Erscheinen gefragt, wie es geschmeckt habe. Natürlich haben sie das Brot gelobt - aber da hat Franz Seraphin Porcia gewusst, dass die Bedürftigen das Brot nicht gegessen, sondern für Schnaps verkauft hatten, weil er in das Brot reichlich Münzen eingebacken hatte. Oder er fuhr über Land mit seinen zwei Schimmeln, und da sah er auf dem Acker einen Bauern pflügen mit zwei armseligen Kleppern - und augenblicklich hat er befohlen, das Gespann anzuhalten und die Pferde zu tauschen, denn der Bauer brauchte doch zwei starke Pferde nötiger als er, der er sie zuhause im Stall wieder tauschen und die Klepper aufpäppeln lassen konnte. Dann hat er einmal von seinem Buchhalter eine Aufstellung machen lassen über all die Forderungen, die er gegenüber den Bauern seiner Ländereien auf Istrien aus einem Jahr hatte, und der Buchhalter (...) summierte unter dem Strich: 2728 Gulden und soviel Heller waren ihm die istrischen Bauern nach diesem Jahr schuldig (...). Franz Seraphin Porcia strich die Rechnung durch und schrieb an seine Bauern: Das sind die Abgaben von diesem Jahr, aber ihr braucht sie notwendiger als ich, und er erließ ihnen die Abgaben und schrieb unter die Rechnung: "Gott sei Dank".

Diese soziale Komponente: In Wien versuchte in dieser Zeit der erzreaktionäre Metternich die feudalen Strukturen über die Zeit zu retten, und da war ein solcher Adeliger natürlich ein Greuel. Seine eigene Familie schlug die Hände über dem Kopf zusammen, aber Franz Seraphin Porcia sagte beiläufig: "Ich bin ein Mensch, dem die Vorsehung mehr gegeben hat, als er braucht. Ich kann mir manches verschaffen, was ich mir außerhalb der Ordnung des gewöhnlichen Lebens wünsche. Die Leute sagen, ich hätte nach mancher Torheit gejagt, indessen tun meine Torheiten niemandem weh, hingegen die Klugheit so mancher Leute die Menschheit weinen macht."

Dann heiratete er auch noch "unter dem Stand",, woraufhin ihm die Familie und der Adel die politischen Ämter verleidete, und er zog sich zurück auf ein Ausgedinge bei Graz und schrieb über seine Haustür sein Motto: "Deus felicitas, homo miserias", d.i. "Gott ist Glückseligkeit, der Mensch Elend". Eskapaden seien das, sagte der Adel, und niemand verstand den Franz Seraphin Porcia, der der Meinung war, dass die Welt seiner Zeit ungerecht war und dass es viele Unterprivilegierte gab. Und er ging noch weiter, ins Extrem sogar: Unerkannt arbeitete er jahrelang als Krankenpfleger in einem Krankenhaus in Florenz.

Seine Frau blieb bei ihm in einem kleinen steirischen Haus bis zu seinem späteren Tod in Venedig, und der Franz Seraphin Porcia resignierte irgendwann (...), er sagte nur mehr: "Ich kann es den Menschen nicht wehren, und bei ihrer Kurzsichtigkeit nicht verargen, auf ihre Weise zu schauen und zu urteilen. Es trägt jeder Mensch seine eigene Vexierbrille auf der Nase, und täuscht sich und die anderen."

**********

Abschrift des obigen Textes ohne freundliche Genehmigung des Dumont-Verlages, den ich bitte, nicht böse zu sein, und der ganz tolle Reiseführer und sonstige Druckwerke herausbringt.

Über Franz Seraphin Fürst von Porcia, diesen wunderbar schrägen Menschenfreund und Wohltäter, findet man im Internet so gut wie, also quasi, mehr oder weniger, NICHTS. Es gibt nicht einmal einen Mini-Artikel in Wikipedia - er wird dort nur am Rande in einem Artikel über eine Stadt erwähnt. Mag sein, dass sich höchstens noch einige kroatische Heimseiten mit Franz befassen und sein Andenken bewahren. Ein genuiner kroatisch-steirischer Hamlet mit einem klassisch tragischen Ende... Was für ein Stoff für ein Drama - oder einen Roman mit biografischen Zügen. Dass darauf noch niemand gekommen ist...

Davon abgesehen hat mich aber auch der Duktus des Artikels selbst fasziniert. Der Stil erinnert entfernt an Robert Walser (btw. - kennt DEN noch jemand?? Ich meine nicht Martin Walser...), ist ähnlich leicht, verspielt-naiv und in der Wortwahl altmodisch, aber lange nicht so genau und stilsicher. Die Wortwahl ist doch sehr simpel, und manche Formulierungen tun fast weh, wenn man etwas Sprachgefühl hat (z.B. "die Leute des Biedermeier waren ja auch nicht unbedingt helle Köpfe") Die Grammatik (siehe Konjunktive) wackelt auch ein wenig... und trotz allem passt das Ganze irgendwie zum Inhalt. Beide - der Fürst und sein Chronist - sind am Ende trotz bester Absichten tragisch gescheitert...

Übrigens, hieß nicht die Filmtochter von John Cleese in "Ein Fisch namens Wanda" auch Porcia? Und fragt nicht im Verlauf des Films irgendwer, warum er seine Tochter nach einem Auto benannt hat? :-) Genialer Film, immer noch und immer wieder, wenn er auch schon auf sämtlichen TV-Kanälen zu Tode gespielt wurde. Aber ich schwiff ab - wie kam ich da jetzt drauf? Egal. Jedenfalls:

Ich bin dafür, den 14.2. (an dem seit Anbeginn der Zeitrechnung nun wirklich nicht viel Spannendes passiert ist - vgl. http://de.wikipedia.org/wiki/14._Februar) zum Seraphinstag zu machen, dafür kann man wegen meiner gern den Valentinstag kippen, der ja in Wahrheit kein Brauchtumstag ist, sondern vom Blumenhandel aus kommerziellen Gründen ins Leben gerufen wurde (vgl. http://de.wikipedia.org/wiki/Valentinstag). Wenn man jemanden lieb hat, sollte man das eh übers ganze Jahr vehement demonstrieren - und kann dann selbstverständlich auf den 14-2-Sonderangebots-Strauß Billigblumen der Saison getrost verzichten. (Btw: Auch Kärtchen mit Schäfchen drauf sind spätestens seit Ende der 70er verboten!)

Faseln wir das Wichtigste abschließend noch einmal zusammen:
Franz Rules O.K.!