Dies ist ein BLOG: ein öffentliches Internet-Journal mit regelmäßigen Einträgen (Posts). Thema ist alles, was ich lustig, interessant, spannend oder ungewöhnlich finde - z.B. Weblinks, Fotos, Videos, Gags, Literatur- und Musiktips, Zeitungsartikel, Tagebucheinträge und sonstiges Brimborium. Daher auch der Name Tohuwabohu, denn einen roten Faden gibt es nicht, bzw. der einzige rote Faden bin ich :-) Diesen Blog gibt es seit 07 / 07. Es lohnt sich durchaus, auch die älteren Posts nachzulesen, wenn man die neueren mag. Und: Kommentare sind erlaubt/erwünscht, werden veröffentlicht und gern gelesen. Viel Spaß in meinem Webwohnzimmer! Tina
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Montag, 26. Mai 2008

Neues aus dem Bloghaus

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Tapedeck.org

Diese wunderbar nostalgische Seite (die sehr angenehm unspektakulär-puristisch nur Fotos von Musikcassetten abbildet und sonst nix) hat mich erinnert an die 70er - die Zeit, als man Musik noch "auf Band aufnahm" und nicht rippte, digitally savete oder sonstwas. Hach... doch, das hatte was. Umständlich war's. Aber umso stolzer war man dann auf seine eigene "Musiksammlung"... Mein erstes eigenes Aufnahmegerät war ein tragbarer (ja, richtig mit oben herausziehbarem Henkel!) Cassettenrecorder - eine grauschwarz-eckige Hartplastik original made in Germany mit einem einzelnen Lautsprecher - MONO, Leute! - und nem kleinen Lautstärkeschieberegler an der Seite. Den man natürlich nie ganz aufziehen durfte, weil das Gerät sonst beim kleinsten Hauch einer Nuance einer Andeutung eines Basses komplett übersteuert nur noch Lärm bratzte und schlussendlich aufgeregt vibrierend vom Tisch hupfte.

So ein stilvoll-steinzeitlicher Brotkasten kostete damals Mitte der 70er, wenn ich mich richtig erinnere, ca. 50 Mark, eine (miese) Ferro-Cassette mit 60 min. Aufnahmekapazität dazu ungefähr 'ne Mark und ein (gutes) Chrom-Tape aber schon zweifünfzig bis drei Ocken. Das war damals der Löwenanteil meines wöchentlichen Taschengeldes. Weniger mit Sparen, eher schon mit Zeitungaustragen und Schenkenlassen konnte ich mir die guten Dinger gelegentlich leisten...

Das Teil jedenfalls klemmte ich dann per Kabel an das Radio im Wohnzimmer meiner Eltern, wenn ich meine Lieblingsradiosendungen hörte, um die guten Songs dann gleich aufnehmen zu können - am Boden sitzend, weil das meterbreite Radio ganz unten in Mutterns dunkelnussbrauner Vollholz-Schrankwand stand und das Kabel zum Tapedeck so kurz war :-) Gehört habe ich damals "Mal Sondock's Hitparade" und die "Schlagerrallye" im WDR-Rundfunk, wo man die normalen teeniemäßigen Charts rauf und runter spielte. Später hörte ich lieber BFBS, den britischen Soldatensender in Deutschland, die hatten dann doch die knackigere Musik. Nebenbei habe ich dadurch, sehr angenehm und nie mit dem schlechten Beigeschmack des Lernens, meine Englischkenntnisse vertiefen können, was sich im Gumminasium als recht nützlich erwies.

Gegen Ende der 70er war ich dann endlich stolze Besitzerin einer "Kompaktanlage" - so nannte man die zentnerschweren Boliden damals, die Plattenspieler, ein bis zwei Cassettendecks UND ein Radio umfassten (und von einem halbzentimeterdicken Plexirauchglasdeckel vor Staub und frechem Wurstfingerfremdzugriff geschützt wurden) - man konnte natürlich von Gerät zu Gerät aufnehmen, ein echter Luxus - und die ein markantes Möbelstück darstellten, für das man schon so einen Quadratmeter seiner Bude opfern musste. Bei Elterns auf dem Boden hocken musste ich also nicht mehr, sondern konnte bequem in meiner Minimansarde mucken.

Meine Lieblingscassettenmarke zu der Zeit war jedenfalls Memorex - keine Ahnung mehr warum, aber ich schwörte darauf. Nix ging über Memorex-Tapes. Und zwar am liebsten die mit 90 Minuten Länge - die 60er waren einfach zu kurz, und bei den 120ern gab es mitunter Bandsalat - schlaue Schläuche in meiner Klasse wussten damals, warum: Die Bandstärke war bei den 120ern dünner - und darum wobbelte sich der dünne Kram eben manchmal unmotiviert um die dicke Gummitransportrolle im Recorder. Stimmt das eigentlich, Memorex? Schreibt's in den Kommentar :-)

Aber wie komm ich jetzt eigentlich auf das schräge Brett... ach so, ja. Tapedeck.org. Gute Seite!

Sonntag, 18. Mai 2008

Schräg & Kult: Ninas "Farbfilm" 1974

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Vor unglaublichen 34 Jahren erstmals erschienen...
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Nina Hagen & Automobil - Du hast den Farbfilm vergessen
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Hoch stand der Sandorn am Strand von Hiddensee
Micha, mein Micha und alles tat so weh
Dass die Kaninchen scheu schauten aus dem Bau
So laut entlud sich mein Leid ins Himmelblau
So böse stampfte mein nackter Fuß den Sand
Und schlug ich von meiner Schulter deine Hand
Micha, mein Micha und alles tat so weh,
Tu das noch einmal, Micha, und ich geh!
Du hast den Farbfilm vergessen, mein Michael,
Nun glaubt uns kein Mensch wie schön's hier war
Du hast den Farbflim vergessen, bei meiner Seel,
Alles blau und weiß und grün und später nicht mehr wahr!
Nun sitz ich wieder bei dir und mir zu Haus',
Und such die Fotos für's Fotoalbum aus,
Ich im Bikini und ich am FKK,
Ich frech im Mini, Landschaft ist auch da ja
Aber, wie schrecklich, die Tränen kullern heiß.
Landschaft und Nina und alles nur schwarz-weiß,
Micha, mein Micha und alles tut so weh,
Tu das noch einmal, Micha, und ich geh!
Du hast den Farbfilm vergessen...

Freitag, 25. April 2008

Werbung in den 70ern - Das Sequel

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hach, es gibt ja noch soooooooo viele Slogans von damals, schööön (ich reminiszier heute wieder wie Sau):

"Was wollt Ihr denn? - MAOAM!"
"Ei Ei Ei Verpoorten"
"Die Fünf-Minuten-Terrine - von Maggi, ne tolle Idee!"
"AEG - Aus Erfahrung Gut"
"Sham-Tu bringt Spannkraft ins Haar"
"Sind wir nicht alle ein bisschen bluna?"
"Haribo macht Kinder froh und Erwachsene ebenso"
"Viele viele bunte Smaaaarties"
"Wenn dir so viel Gutes widerfährt - das ist schon einen Asbach Uralt wert."
"ADO-Gardinen - die mit der Goldkante"
"Drei Dinge braucht der Mann: Feuer - Pfeife - Stanwell"
"Das is Scheramont aus Fronkreisch... der läuft niiischt"
"Excellent!"
"Hamburg-Mannheimer, mehr vom Leben"
"Schutz und Sicherheit im Zeichen der Burg"
"Kaum steh ich hier und singe, kommen sie von nah und fern..." (eher 80er??)
"Sugus, Sugus, Sugus von Suchard"
"Komm Brüderchen, trink - Kosakenkaffee"
"Mein Bac, dein Bac? Bac ist für uns alle da!"
"Nimm den Husten nicht so schwer, jetzt kommt der Hustinettenbär"
"Männer wie wir - Wicküler Bier"
"Mit Tosca kam die Zärtlichkeit"

"Mit Tosca kam die Zärtlichkeit"... ja, das sag ich heute noch gelegentlich, wenn ich in Bus oder Straßenbahn sitze und eine sehr nach ebenso billigem wie intensivem Damenduft riechende Dame selbige besteigt und bestinkt... und sämtliche anwesende Fahrgäste (mindestens) zum Hüsteln oder Räuspern anregt... puuuh... und diese olfaktorischen Unverschämtheiten setzen sich dann immer zu mir. Immer!!! Böse gucken hilft da nix - die Weiber sind meistens genau so blöd und ignorant wie sie stinken; also Humor ist da wohl immer noch das beste Gegenmittel - oder aber doch konsequentes Aussteigen.

Ein anderer 70er-Werbetrend, der sich heutzutage komplett verwachsen hat, ist das Nachstellen von zweistelligen (Jahres-)Zahlen nach dem Markennamen. Da gab es "Creme 21"... "Persil 70"... die Jeans "Levi's 74"... die Zahnpasta "Strahler 70" (71, 72...) oder auch die Zigarettenmarke "Ernte 23" - die raucht Sandy noch heute - das war immerhin noch ein bisschen sympathischer als das in den 90ern und frühen 00ern übliche (heute auch schon fast verschwundene) Beistellen von Gigantovokabeln a la mega, ultra, hyper usw.

Ne nette Anekdote noch in dem Zusammenhang: In den frühen Siebzigern bin ich regelmäßig mit meiner Familie im Urlaub in die wunderbaren Niederlande gefahren - "annet Meer" selbstverständlich - und damals kam gerade in Holland ein Getränk in Mode, dass es m.W. zu der Zeit in Deutschland noch nicht gab, nämlich die zitronige Zuckerbrause "7 Up", also das war quasi "Sprite" für Arme, und als kleines Stömpken bin ich auf das Zeug abgefahren wie nix Gutes. Naiv und noch lange nicht US-verseucht wusste ich nicht, dass es sich da um einen englischsprachigen Markennamen handelte und las auf dem Flaschenetikett "Jup". Und so kam es, dass man die kleine Tina ausm Pott in den Seventies-Sommern regelmäßig durch Egmont-aan-Zee schreien hören konnte: "MAMMAAAAAA.... kannich noch en Jupp?"

Dienstag, 22. April 2008

Werbung in den Siebzigern

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...leider bin ich schon alt genug, mich an TV-Werbespots aus den Siebzigern zu erinnern - andererseits hat es aber auch sehr viel Schönes, sich in einer Zeit der stromlinienförmigen, aalglatten, in jedem Land der Welt gleich aussehenden Werbeclips an die wunderbaren Werbefilmchen der frühen Jugendzeit zu erinnern, wo alles noch doitschdoitsch, der Film noch handgemacht und die Texte noch wie aus Stein gemeißelt waren :-)

Man erinnere sich z.B. an die wunderbaren Slogans:

"Hallo, Herr Kaiser"
"Wer wird denn gleich in die Luft gehen"
"Mühe allein genügt nicht"
"Meister Proper putzt so sauber, dass man sich drin spiegeln kann"
"Sie baden gerade ihre Hände darin"
"Milky Way, ihr Schlauberger"
"Willkommen im Gard Haarstudio" (Schönes Haar ist dir gegeben, lass es leben...)
"Persil bleibt Persil"
"Da weiß man, was man hat"
"Eine Allianz fürs Leben"
"Nichts geht über Bärenmarke, Bärenmarke zum Kaffee"
"Cin Cin - Cinzano"
"Rama macht das Frühstück gut"
"Neckermann macht's möglich"
"Nie war er so wertvoll wie heute"
"Mit der wilden Frische von Limonen"
"Ariel wäscht nicht nur sauber, sondern rein"
"Mit viel Rubbeln ist jetzt Schluss"
"Der Tag geht - Johnny Walker kommt"
"Bauknecht weiß, was Frauen wünschen"
und mein Favorit: "Olaf hat Husten"

Bei Amazon gibt's ein paar DVDs mit den alten Spots, hier oder da oder auch dort.