Sonntag, 22. Juli 2007

Very Short Stories

Die W-Akten (http://www.w-akten.de/) kennt ja fast jeder - eine schier unerschöpfliche Web-Sammlung von "Wissen, das keiner braucht". Mit Antworten auf weltbewegende Fragen wie z.B.:
Welches Fassungsvermögen hat ein Elefantenrüssel?
Wer war der letzte Mann auf dem Mond?
Warum mündet der Rhein nicht in die Nordsee?
Warum ist Fronleichnam immer Donnerstags?
Wer waren "Krethi und Plethi"?
Welche Kontinentaldurchquerung kostete 36 Cents?

All dieses Marginalwissen kann man durchaus sehr spannend finden. Mit gleichem Recht aber auch öde, fade und komplett uninteressant. Je nachdem, wie man eben so ist, ne.

Weniger bekannt, aber absolut eine Reise wert, ist auf jeden Fall die leider etwas versteckte W-Akten-Unterkategorie "Very short stories" (http://www.w-akten.de/very-short-stories.phtml). Hier findet der geneigte Leser auf mehreren, urlangen Seiten Hunderte von Kurzgeschichten, die nur eine Bedingung erfüllen mussten: unter 300 Zeichen lang zu sein. Gar nicht so einfach :-)

Hier findet man Perlen wie:

Sie zierte sich. „Wir können doch nicht einfach so auf offener Straße -“, schien ihr Blick zu sagen. „Warum nicht?“, schaute er ungeduldig zurück und fügte funkelnden Auges hinzu: „Das tun doch alle!“ In einer Toreinfahrt kamen sie sich sehr nah. Dann trabte das Dackelpärchen Fell an Fell heimwärts.
(Ralf Kreimann)

Neulich. Ich, lieg da so im Rinnstein. Plötzlich kommt so'n Typ vorbei. Der sah vielleicht aus!
(Hans Gräfe)

Eben war er eingeschlafen, den Schlaf des Gerechten suchend, da begann ein tosender Lärm wie aus der tiefen Hölle, Kugeln donnerten durch die Luft, schlugen neben ihm ein, drohten ihn zu zerschmettern! Dem Tode nah, fielen ihm die letzten Worte des Vaters ein: „Schlafe nie auf einer Bowlingbahn!“
(Guido)

Ein TiTo-Tip-Top-Top-Tip! (ach, wär ich doch Werbetexterin geworden, wie es meine Eltern immer wollten)

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